Silent Overdrive - Disease
“Disease” stellt nach einer Demo und der EP “Babylon Nation” nun das erste Full-Length-Album der fünf Metalheads von Silent Overdrive dar. Stilistisch gesehen, wandeln die Jungs auf den Pfaden von Machine Head oder auch Fear Factory. Weitere Einflüsse werden dem Hardcore entnommen und zusammen mit ziemlich gehörgangfreundlichen Melodien zu einem nicht unbeeindruckenden Neo-Trash-Gesamtwerk verarbeitet. Auffällig ist das ausgewogene Songwriting, das die 10 Stücke allesamt sehr rund und eben erscheinen lässt. In meinen Ohren wäre aber ein gelegentlicher Ausbruch aus dieser Kompaktheit eher vorteilhaft gewesen. Auf jeden Fall erwähnenswert ist jedoch der Titelsong, denn dieser offenbart gleich zu Beginn die starken Seiten dieser Platte: Abwechselnd treibend und groovend, und zwischen aggressiv und eingängig pendelnd, so gelingt es Silent Overdrive, ihre Fans zu rekrutieren. Ebenso gefällt mir das Riffgewitter „The Story Ends“ und „Searching Something“, bei dem sich ein wohlbekanntes Dauernicken einstellt. Gesangstechnisch fährt man den gleichen Stil auf, wie Crowbar-Frontgeschütz Kirk Windstein, von dem man sich übrigens auch lyrisch hat inspirieren lassen. Alles in allem ist „Disease“ eine gut arrangierte, dynamische Scheibe, der aber ein paar Ecken und Kanten mehr gut zu Gesicht gestanden hätten. (cj)




