Stone Sour - Come What(ever) May
Das selbstbetitelte Debüt Album von Stone Sour, der Band um die beiden Slipknot Mitglieder Corey Taylor (Gesang) und James Root (Gitarre), war für mich eine echte Überraschung. Das Album bot bodenständige Rock-Songs irgendwo zwischen Alice In Chains und modernem Metal, die den Nerv der Zeit trafen und dennoch etwas Zeitloses an sich hatten. Das zweite Album versucht an diesen Erfolg anzuknüpfen, erreicht jedoch in meinen Augen nicht ganz die Klasse des Vorgängers. Die Marschrichtung ist grundsätzlich dieselbe geblieben, doch erscheint mir die Platte ziemlich kalkuliert. Da gibt es reichlich griffige und tanzbare Clubhits, die obligatorische Ballade sowie die etwas heftigeren Ausbrüche. Alles gut gemacht und Songs wie der Opener „30/30-150“, der rockige Titeltrack oder das treibende „Made Of Scars“ haben das Prädikat Ohrwurm sicherlich verdient. Auch die ruhigen Songs wie „Sillyworld“ oder „Through The Glass“ sind nicht von schlechten Eltern. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass hier viel geglättet, geradegebogen und auf MTV Tauglichkeit abgeklopft wurde. Wo das Debüt noch reichlich Tiefgang bot wirkt „Come What(ever) May“ flach. Der Abschuss ist die abschließende schmalztriefende 80er-Haarspray-Rock-Pianoballade „Zzyxx Road“. Handwerklich kann man der Truppe jedoch keinen Vorwurf machen. Corey ist ein begnadeter Frontmann mit einer reichlich charismatischen Stimme, die Gitarrenriffs sind so prägnant wie treffsicher und das dynamische Drumming von Neuzugang Roy Mayorga (ex-Soulfly) ist über alle Zweifel erhaben. Wer Radiorock mag und sich an oben erwähnten Kritikpunkten nicht stört, kann bedenkenlos zuschlagen. (rg)




