Skizzenbuch UNTERWEGS - 100 Originale von Musikern der Indieszene (Buch)
Eine Buchbesprechung im Helldriver? Bücher?? Lesen??? Huch, wo schaltet man denn das Ding ein?! ;o)= Um es dem musikfixierten Publikum nicht allzu schwer zu machen, hat das Buch einen starken Musikbezug und ist zudem voll mit Bildern! Nein es ist kein Comic, der Titel nimmt ja eigentlich schon vorweg worums geht. Direkt beim Erstkontakt weiss das Buch zu überzeugen. Um den Skizzencharakter auch in der Ausstattung zu unterstreichen, kommt das Werk im eigenen Format, in schwarzes Leder gebunden und mit Lesbändchen und eingearbeitetem Gummiband zum geschlossen halten – bibliophile Ausstattung nennt das der Bücherwurm wohl, ein Hoch auf den Verlag! Wie der Titel schon sagt: Indieszene, es sind also nicht unbedingt zu 100% Bands vertreten, die üblicherweise im Helldriver passieren, aber The Hives, Life Of Agony, ... Trail Of Dead, Sparta, Feeder, Oceansize usw. kennt man durchaus auch hier in Helldriver-Hausen. Das Buch ist in vier Bereiche strukturiert. Los geht´s mit 106 Skizzen von jeweils einem anderen Künstler, die je auf einer Doppelseite Platz finden. Direkt unter dem Bild gibt´s dann den jeweiligen Beginn der erläuternde Worte vom Künstler selbst und den Verweis auf den vollständigen Text der dann den zweiten Teil des Buches füllt. Es folgt eine kurze Erläuterung zur Entstehung und Durchführung des Projekts und der vierte Teil listet die Bands/Acts dann alphabetisch mit kurzer Beschreibung und Farbfoto.Anfangs fand ich die Trennung von Bild und begleitender Erläuterung, bzw. dem nur teilweisen Abdruck derselben und den Verweis auf eine andere Stelle ungeschickt, aber das ist ja auch kein Buch, das man von vorne bis hinten am Stück durchliest. Hier regiert schon eher das Lustprinzip und so hat man die Möglichkeit dem Werk von verschiedenen Seiten zu nähern. So kann man z.B. im einleitenden Inhaltsverzeichnis nach einer Band Ausschau halten, die man cool findet und dann zum entsprechenden Bild blättern. Oder man schlägt blindlings eine Bild auf, entscheidet, ob man es interessant findet und liest sich dann die Erläuterung des Künstlers durch – Möglichkeiten gibt´s da viele. Im Idealfall findet man vielleicht sogar ein Bild oder eine Beschreibung interessant und hört dann mal in eine entsprechende CD rein? Rein künstlerisch gesehen, rangiert der Großteil des Gebotenen leider auf Grundschulniveau, der Band hält aber durchaus auch einige Überraschungen bereit. Mein Favorit ist z.B. Bild #75 von Maximo Parks Paul Smith. Der hat nicht nur das Vorwort zum Buch geschrieben, sondern auch bei einem Aufenthalt in Köln Polaroids von einer Treppe gemacht und dann eines gekonnt abgezeichnet. Auch sein Kollege Duncan Lloyd weiss mit einer Stadtansicht von New York zu überzeugen, ebenso wie Chris Neuburger von Slut, der eine Stupa in Kathmandu zeichnete. Als genauso ne Null wie ich immer vermutet habe, erweist sich Noel Gallagher von Oasis. Er malt nen Smiley, braucht, damit er die runde Form hinbekommt, nen Brotkorb als Schablone und schreibt dann ungelenk Ibiza drunter, weil er da ein Haus hat und man toll auf Drogen abgehen kann da... (tj)




