AFI - Decemberunderground
Gut drei Jahre haben sich AFI (steht für A Fire Inside) Zeit gelassen bis sie nach dem Hit-Album „Sing The Sorrow“ ihr neues Werk veröffentlichen. Das gute Stück hört auf den Namen „Decemberunderground“. In den Staaten hat die Band längst Starstatus und verkauften vom Vorgänger mal eben eine Million Einheiten. Erste Prognosen besagen, dass das neue Album wohl direkt auf Platz eins in die US-Charts einsteigen sollte. Aber wie klingt die Platte? AFI haben sich deutlich weiterentwickelt und warten mit einigen Überraschungen auf, haben aber andererseits genügend ihrer Trademarks beibehalten um niemanden zu verschrecken. Die Platte startet in AFI-typsicher Manier mit „Prelude 12/21“ in dem der Text choralartig skandiert wird. Weiter geht es überraschend heftig mit „Kill Caustic“. Der Ideale Opener der sich sowohl durch heftige Shouts als auch eingängige Hooks auszeichnet. Das anschließende „Miss Murder“ ist dann bereits der absolute Überhit der Platte. Die stetig treibende Nummer ist gut und gerne der größte Ohrwurm des bisherigen Jahres. Etwas besinnlicher und düsterer aber nicht weniger packend geht es dann bei „Summer Shudder“ und „The Interview“ zu, wobei die Band sich offen gegenüber elektronischer Beats und Keyboards zeigt. Die nächste Überraschung ist dann „Love Like Winter“, ein astreiner 80er Jahre Pop/Rock Song im AFI Gewand und daher gänzlich unpeinlich und cool. Die Hits geben sich weiterhin die Klinke in die Hand. Ganz groß ist beispielsweise „The Killing Lights“ eine eher aufpeitschende Hymne wie sie für AFI kaum typischer sein könnte. Ohne Ausnahme gibt es auf „Decemberunderground“ nur großartige Songs zu hören. Die einmalige Mischung aus eingängigem Pop, aufmüpfigem Punk und düsterem Gothic sorgt immer wieder für Gänsehaut. Es ist fantastisch mit welcher Dynamik die Band ihre Songs versieht und mit immer neuen interessanten Wendungen aufwartet. Sowohl Eingängigkeit als auch Tiefgang sind jederzeit gewährleistet. „Decemberunderground“ ist intensiv und mitreisend wie nur wenige Platten der letzten Zeit. Für mich jetzt schon ein ganz heißer Anwärter auf den Titel „Platte des Jahres“ (rg)




