Shooting At Unarmed Men - Yes! Tinnitus!
McLusky waren richtig cool. Die Band ist mir in kürzester Zeit sehr ans Herz gewachsen und so war ich auch entsetzt als sie sich dann überraschend auflösten. Sehr erfreut hörte ich dann schon recht schnell von einer neuen Band des Bassisten Jon Chapple und hoffte auf die Schließung der Lücke, die das Ableben McLuskys gerissen hatte. Und dann hörte ich zum ersten Mal Shooting At Unarmed Men. Ich hatte mich richtig gefreut auf deren erstes Lebenszeichen und fand sie nach dem ersten Durchlauf einfach nur... schlecht! Selbst nach mehreren Durchläufen wirkten die Songs völlig uninspiriert und planlos und ich legte das Ganze unter Schnellschuss ab. Entsprechend skeptisch war ich, als dann plötzlich „Yes! Tinnitus!“ im Briefkasten war. Schnell zeigte sich aber, dass die Touren in der Heimat und vielleicht auch die Umbesetzung am Bass der Band gut getan haben, das hört sich nämlich alles schon viel durchdachter und charmanter an. Irgendwie erwachsener und auch soundtechnisch gereift. „All Hail Sergio“ ist sogar fast eingängig zu nennen und „Girls Music“ hat sich recht schnell als mein Favorit herausgestellt. Wobei das alles natürlich meilenweit von Mainstream und Disco-Smashern entfernt ist, aber das dürfte auch nicht das Ziel gewesen sein. Auch mal was Neues: am Ende des letzten Tracks ertönt ein Geräusch, wie wenn man ein Band zurückspult während der Tonkopf noch am Band liegt und dann kommt das ganze Album noch mal. (tj)




