Ministry - Rio Grande Blood
Al(ien) Jourgensen und sein Partner Paul Barker haben das Genre Industrial mit ihrer Band Ministry maßgeblich geprägt. Zig Bands wären ohne sie heute wohl kaum denkbar, Nine Inch Nails, Prong, Pitchshifter, White Zombie, Rammstein und wie sie alle heissen, ohne Al & Co. Wären sie wohl kaum derart zu Werke gegangen, wie sie es dann getan haben. Vor über 25 Jahren starteten sie ihre Mission und als Paul vor ein paar Jahren von Bord ging, haben Al & Ministry wohl die meisten abgeschrieben. Das erste Album ohne Paul, „House Of The Molé“, war dann auch eher mau, mit der neuen CD trifft er aber wieder gut ins Schwarze. Verstärkt durch ein Dream-Team an den Instrumenten (Tommy Victor – Prong, Ex-Danzig, Paul Raven – Killing Joke, Ex-Prong) legt er hier das beste Werk seit „Chapter 69“ vor. Tommy Victor und bei einem Song auch Paul Raven haben sich auch beim Songwriting eingebracht. Bei den anstehenden Live-Shows nimmt hinter dem Schlagzeug dann tatsächlich kein geringerer als Joey Jordison von Slipknot Platz! Der Titel ist in den USA ein umgangssprachlicher Begriff für Öl und daran lässt sich schon ganz gut ablesen, dass auch textlich wieder in bekannte Kerben geschlagen wird. Nachdem Al sich damals mit dem Track „N.W.O.“ schon mit Bush Senior angelegt hat, schiesst er sich mittlerweile voll auf dessen Spross George W. ein – ein wie man mittlerweile ganz gut weiss, dankbares Ziel, das dann ganz Zaunpfahl-like auch gleich auf Cover gepackt wurde und mehrmals auf dem Album gesampelt wird. Auch wenn mir hier die Texte nicht vorliegen, deutet der Songtitel „Palestina“ aber darauf hin, dass allgemein heisse Eisen angefasst werden. Auf diese Art lässt sich die Aggression aber auch ganz gut transportieren. Und Aggression wird hier mit der grossen Kelle verteilt, das geht soweit, dass z.B. der vieret Song „Fear Is Big Business“ mit astreinem Highspeed-Slayer-Riffing aufwartet. Respekt Herr Jourgensen, so ne Granate von Album hätte ich echt nicht mehr erwartet! Beim Track „Ass Clown“ schnappt sich Jello Biafra dann für ein par Guestvocals das Mikro und auch wenn manche Tracks etwas gestreckt klingen: Daumen hoch! (tj)




