Pretty Girls Make Graves - Élan Vital
Ich muss gestehen, dass ich The Smiths erst durch eine, ähem, PistOn-Coverversion entdeckt und dann nachgeholt habe. Ich vermute mal, dass Pretty Girls Make Graves den gleichnamigen Song von The Smiths kennen, aber vielleicht fusst ihre Namenswahl ja auf dem amerikanischen Schriftsteller Jack Kerouac… ist ja auch egal, ist ja kein Besserwisser-Contest hier. Musikalisch ist das hart an der Grenze des Helldriver-Gebites, aber eine Band, die früher auch mal mit Fugazi und Sonic Youth verglichen wurde, kann hier so falsch nicht sein. Album Nummer drei also für die Band um die Sängerin Andrea Zollo. Piano- Trompete-, Akkordeon-, Saxophon- und Harmonium-Einsatz deuten auch schon in eine besondere Richtung, streckenweise ist das schon ordentlich poppig, aber jetzt nicht im sinne von Chart-Massenware, der Eingängigkeit wird schon auch immer ein Pfund Krach beigelegt. „Parade“ ist ein hymnenhafter Hit und auch sonst ist das Album Garant für eine äußerst abwechslungsreiche Stunde jenseits der Genregrenzen. Schön, dass dem eigenen musikalischen Konzept ein entsprechendes Cover/Artwork verpasst wurde, dass diesen Gedanken wunderbar aufgreift und das angefangen vom Cover, über die Typographie bis hin zur Farbwahl im Booklet und den Bandfotos sehr gut zur Band und zum Material passt. Für Leute, die ihre musikalischen Scheuklappen längst im Keller eingemottet haben. (tj)




