Atreyu - A Deathgrip On Yesterday
“He bends and he breaks” heisst es im vierten Song „The Theft“ dieses Albums und das passt auch ganz gut zu den fünf Jungs aus Orange County. Sie stehen auf sicheren Beinen, eines ist Metal und das andere Emo. Aber sie kucken sich auch munter um, beugen und strecken sich, zerbrechen aber eben nicht bei dem Versuch gewollter Neuorientierung, sondern strahlen mit natürlicher Weiterentwicklung. Hier trifft also nach wie vor Gitarrenpower a la In Flames sehr gekonnt auf hochmelodische Singalongs, so dass man als Hörer ständig hin und her gerissen ist zwischen wildem Rocken, Haareschütteln/Kopfnicken und inbrünstigem Singen –geil! 600.000 Alben haben sie seither verkauft und da überrascht es dann auch nicht, dass mit dem neuen Album nichts dem Zufall überlassen wird. Mit Josh Abraham wurde hier jemand an die Regler gesetzt, der schon Megasellern wie Korn, Velvet Revolver, Orgy und Staind das Edelmetall auf den Leib geschneidert hat. Und was soll man sagen, er kanns halt. Der Sound ist mächtig ohne zu aufgeblasen zu wirken und wird allen Facetten der Band gerecht, ist interessant, setzt den Sänger optimal ins Bild und ist von Anfang bis Ende druckvoll. Die Songs sind fast allesamt als mundgerechte 3-Minuten-Häppchen angelegt, nur das abschließende „Untitled Finale“ fällt mit über fünf Minuten angenehm aus dem Rahmen. Mit „Her Portrait In Black“ gabs ja über den Soundtrack zu „Underworld: Evolution“ vor ein paar Wochen schon einen Vorgeschmack auf „A Deathgrip On Yesterday” und das Album wird den Erwartungen locker gerecht. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie mir ein Freund die Band empfohlen hat „Die klingen wie wenn In Flames ein Emo-Album aufnehmen würden!“, das taugt immer noch als grobe Orientierungshilfe, ein Song wie „Your Private War“ erinnert stellenweise gar an Pantera. (tj)




