No One´s Owned - White
Das Cover- und restliche Artwork erinnern sofort an Tool und ihre herausragenden Videoclips, musikalisch geht´s aber in eine ganz andere Richtung, die sich so leicht aber nicht benennen lässt, weil man sich aus verschiedenen Töpfen bedient. Post New Metal? New Core? Oder wollen wirs einfach Modern Metal nennen? An sich auch egal, es ist ein gelungenes Album und das ist ja schließlich das, was zählt. Gleich der erste Song „Tomorrow“ bringt respektable sechseinhalb Minuten auf die Waage, zeigt die Band von ihrer besten Seite und überzeugt auch mit gekonntem Einsatz von Keyboard- bzw. Synthieflächen als Ergänzung zur sonstigen Besetzung mit Gitarre, Bass, Schlagzeug. Nummer zwei, „“Hope Dies Last“, ist mit ca. vier Minuten eher straff gehalten, ist in seiner New Metal-Art aber auch nicht ganz so überzeugend, wie der Opener. Synthie- und Keyboardpassagen werten das Material deutlich auf und heben es aus der Masse der vielen New Meta-Bands heraus. Beim Basser würd ich auf ein paar Korn- und Mudvayne-Alben im heimischen Regal tippen und Sänger Robert macht sehr gute Arbeit, ist aber ab und an etwas anstrengend auf der Suche nach dem richtigen Ton oder Abwechslung, denn hier und da zieht er die Töne etwas. In der Mitte des Albums lässt das Material etwas nach und dümpelt in New Metal-Konventionen, mit „...but Scars Remain“, der zusätzlich mit weiblichen Vocals aufwartet, dem überragenden Titeltrack und dem Abschluss „Embrace“ geht´s qualitativ aber wieder deutlich aufwärts. Unterm Strich also eine gute Eigenproduktion einer talentierten Band, die durchaus Potential hat, sich hier aber ab und an noch etwas in New Metal-Klischees verrennt – für eine 4-Track-EP aus dem ersten und den letzten drei Songs hätt ich deutlich mehr Punkte vergeben! Mit professioneller Unterstützung könnte da aber durchaus etwas wachsen. Die CD gibt´s auf der Bandhomepage www.noonesowned.de für 6 Euro. Die im Info erwähnten Hardcore-Elemente hab ich allerdings vergeblich gesucht... (tj)




