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Giftig - 10.000 Worte

Label: Brainrox Records  •  Genre: Pop  •  Wertung:2 / 7

User-Wertung: keine  •  Januar 2006

Mit Giftig versucht wieder mal eine Band auf Teufel komm raus die Charts zu erobern. Angesichts der Tatsache dass sich auch die dümmsten Klingeltöne massenhaft verkaufen, hat die Band vermutlich keine schlechten Chancen. Um möglichst massenkompatibel zu sein, geht der Band nämlich so ziemlich alles verloren was eine gute Band auszeichnet. Nicht einmal das wichtigste von allem, gute Songs, kann Giftig vorweisen. Stattdessen ist den Jungs und dem Mädel wichtiger mit großen Namen zusammenzuarbeiten oder die Bühne geteilt zu haben. Genannt werden ganz stolz so flache Bands wie Guano Apes, Die Happy, 4Lyn, Fury In The Slaughterhouse, H.I.M. bzw. deren Produzenten. Gleich und gleich gesellt sich eben gern. Aber mal zum Sound. Der ist alles andere als giftig, eher zahnlos würde ich sagen. Geboten wird Crossover-Pop der Anteile von Evanescence, 4Lyn oder Guano Apes verbindet. Rocksound trifft auf elektronische Sounds und Scratches. Der Gesang stammt hauptsächlich von Frontfrau Karina, die über eine recht passable Stimme verfügt, und wird ab und zu von männlichen Vocals härterer Gangart ergänzt. Die Texte sind meist auf Deutsch gehalten, es kommt aber schon mal vor dass ein Refrain in englisch gesungen wird, wie es halt grad passt. Inhaltlich bewegen sich die texte auf unterstem Niveau. Es wird verwurstet was halt bei Teenies grad so ankommt. Verdammt oft fühle ich mich deshalb an Schlager erinnert. Ecken und Kanten sind im Sound nicht vorhanden und auch die Gitarren werden ordentlich verwässert. Schon nach kurzer Zeit geht die Platte ordentlich auf die Nüsse. Obwohl man sich stark bemüht eingängige Songs zu verfassen, verfehlt man auch dieses Ziel. Auf der Scheibe findet sich kein einziger Hit. Sämtliche Songs sind absolut flach und vorhersehbar. Langweiliger geht es kaum. Na ja, wenn man schon musikalisch nicht überzeugen kann, hat die Band ja noch ein anderes Verkaufsargument auf der Hinterhand. Bassist Jojo ist dem anspruchslosen Zielpublikum aus der Pro 7 Doku-Soap „Abschlussklasse 04“ bekannt. Ob das was nützt? (rg)

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