System Of A Down - Hypnotize
Mit „Hypnotize“ liegt nun der zweite Teil des System Of A Down Doppelschlags vor, der mit der vor sechs Monaten mit Veröffentlichung von „Mesmerize“ begonnen hat. Der Überraschungseffekt den „Mesmerize“ noch hatte, ist bei „Hypnotize“ natürlich dahin. Da beide Alben zur selben Zeit aufgenommen wurden, zeigen auch beide den selben Entwicklungsstand der Band. In meinen Augen viel der erste Teil des Duos gemessen an der aufwirbelnden Frische des Debüts und der Genialität von „Toxicity“ deutlich ab. Auch „Hypnotize“ steht auf diesem Level, was natürlich immer noch sehr weit oben liegt. So bekommt man alle Trandemarks der Band in gewohnter Weise geboten. Heftige Metalkeulen verbunden mit wirren aber dennoch eingängigen Melodien. Grindcore trifft auf armenische Folklore im Pop-Kontext. Die Songs schwanken zwischen völligem Wahnsinn und massentauglichem Hit hin und her. Dazu die zwar inzwischen gewohnten aber noch immer verrückten stimmlichen Eskapaden von Frontmann Serj Tankian. Textlich scheint das neue Album wesentlich politischer und wütender ausgefallen zu sein als „Mesmerize“. Insgesamt gefällt mir „Hypnotize“ ein ganzes Stück besser als sein Zwilling. Leider haben sich aber auch bei „Hypnotize“ einige Durchhänger wie das dümmliche „Vicinity Of Obscenity“ eingeschlichen, die man besser einfach weggelassen hätte. Auf der anderen Seite stehen aber großartige Hits wie „Dreaming“, „Attack“ oder der Titeltrack. Die Genialität ihrer ersten beiden Platten und den damit verbunden Aha-Effekt erreichen System Of A Down wie auch schon mit dem Vorgänger auch auf „Hypnotize“ nicht mehr. Einen bunten Strauß guter Songs liefern sie aber locker ab. (rg)




