Fields Of The Nephilim - Mourning Sun
Ich hab mich ja schon oft gefragt, ob die ganzen jungen Gothic-Fans wohl wissen, von welcher Band sich mal gute 90% der heutigen Szene so derbe haben inspirieren lassen, dass es schon fast weh tut, wenn man denn das Original kennt. Ob nun The 69 Eyes, Lacrimas Profundere oder The Vison Bleak, die Liste ist lang und wird stetig länger, allerorten wird versucht die Stimme zu kopieren oder mit ähnlichen Stilmitteln und Outfits zu arbeiten. Nach langer Funkstille, Umbesetzungen, wilden Gerüchten und dem halbgaren Output „Fallen“ (der vom Sänger nicht abgesegnet war und wohl aus halbfertigen Demos bestand) ist es nun endlich soweit, das Überalbum „Elizium“ aus dem Jahr 1990 bekommt einen würdigen Nachfolger. „Mourning Sun“ hat alles, was man sich von einem Fields-Album wünscht und auch wenn die Songs sehr dicht, intensiv und lang sind, fühlt man sich doch gleich „zu hause“. Das ist zwar kein Album zum Nebenbei hören, wer etwas Zeit investiert wird aber reich entlohnt. Da ist diese ganz spezielle Atmosphäre, die nie vordergründige, aber ordentlich vorhandenen Härte und natürlich die Stimme von Carl McCoy die über allem thront und als roter Faden durch die selten unter sechs Minuten langen Songs führt – der Titelsong bringt es gar auf über zehn Minuten! Sieben Songs sind auf dem Album, auf der limitierten Edition wohl ein weiterer und zusätzlich ein Videoclip. Live-Shows werden auch in Aussicht gestellt und spätestens dann wird wohl auch das Geheimnis um das Line-Up gelüftet über das der Meister bisher beharrlich schweigt. (tj)




