Cameran - A Caesarean
Die vier Herren zäumen das Pferd etwas von hinten auf. Sie touren in England, Schweden, Holland, spielen im Vorprogramm von Converge, Soulfly, den Red Hot Chilli Peppers und den genialen Coheed and Cambria und gehen zur Aufnahme einer ersten EP in die sagenumwobenen TONTEKNIK Studios nach Schweden – und das alles bevor sie einen Deal in der Tasche hatten! Den hat ihnen mittlerweile das feine Berliner Nois-O-Lution-Label in die selbige gesteckt und damit erneut ein gutes Näschen bewiesen und ihrem Rooster nach u.a. Smoke Blow, Blackmail und Harmful eine weitere Perle hinzugefügt. Und die Band deutet es mit dem Albumtitel (Caesarean = Kaiserschnitt) ja schon an, es war wohl eine schwere Geburt. Erneut in Umea zusammen mit Pelle Henricsson aufgenommen, muss man sich Zeit für das Album nehmen, es sich Schluck für Schluck erschmecken, es hin und her kauen und dann aber auch auf der Zunge zergehen lassen. Der Gesang, bzw. streckenweise das Geschrei des Sängers Aren mag einen zunächst abschrecken, nach mehrmaligem Hören passt das aber optimal zu den Songs. Und die sind herrlich unkonventionell, selten im Strophe-Refrain-Strophe-Schema gehalten, wunderbar arrangiert und instrumentiert und strotzen nur so vor Energie und Herzblut. Vergleiche mit den späten Snapcase, At The Drive-In und Refused sind angebracht und deren Schuhe auch zukünftig wohl nicht zu groß für die Vier. So, und das Unglaublichste zum Schluss: Cameran sind aus Österreich! (tj)




