Cathedral - The Garden Of Unearthly Delights
Nachdem bereits die Genrekollegen von Candlemass ihr aktuelles Werk beim schwäbischen Label veröffentlicht haben, ziehen nun auch die Mannen um Lee Dorian nach. Wobei der Begriff Doom für die spackigen Engländer ja eigentlich schon immer zu limitiert war, um dem Gesamtsound gerecht zu werden, sollte hier unbedingt auch noch Stonerrock, Death’n’Roll und die ein oder anderer Verneigung gen 70er genannt werden. Auch auf „The Garden...“ wird wieder munter gerockt wie das ja früher u.a. beim Hit „Midnight Mountain“ schon der Fall war, die Überraschung schlechthin ist aber der (Titel-)Track „The Garden“. Der stellt mal eben mehr als ein Drittel der Gesamtspielzeit, und die ist mit über 70 Minuten nicht gerade knapp bemessen. Und Garten weckt auch schon genau die richtigen Assoziationen, aber nicht in der Art kleinbürgerlicher Gemüsebeete, eher schon im Sinne von wild wuchernden Gewächsen. Los geht das epische Werk bzw. die Mini-Oper mit süßem Frauengesang bevor die Gitarren dann böse losholzen. Später gibt’s dann noch Folk-, Prog- und Rockpassagen, gelegentlich auch Soundcollagen. Mein persönlicher Favorit ist das eingängige „North Berwick Witch Trials“, das von einem prägnanten Riff getragen wird und es auch auf beinahe sechs Minuten bringt. Ganz entscheidend für die Klasse des Albums, ist der Sound. Der wurde der Band von Warren Ryker (Down, Crowbar) mal richtig hauteng auf den Leib geschneidert, klingt null modern, sondern ganz im Gegenteil fett nach Sabbath, YES! Für Hörer, die die Spinnereien und den ganz eigenen Humor der Herren schon immer geschätzt haben einerseits eine sichere Sache und andererseits auch jede Menge Überraschungen. Und jetzt bitte festhalten: die limited Edition der CD erscheint als Shape in Apfelform und als ob das nicht schon tuffig genug wäre, wenn man an ihr rubbelt duftets nach grünem Apfel – kein Scheiss! (tj)




