Dredg - Catch Without Arms
Als ich damals das Debut „Leitmotif“ der Kalifornier im Plattenladen hörte, war ich zwar beeindruckt, fands aber zu anstrengend und habe es nicht gekauft. Das habe ich dann erst nach dem Überalbum „El Cielo“ aus dem Jahre 2002 nachgeholt. Mittlerweile höre ich auch das Debut richtig gerne, aber das Nachfolgealbum war seither das Masterpiece, rotiert regelmäßig imPlayer und gehört zu meinen absoluten Fave-Alben. Und Ihr kennt das bestimmt auch, nach so einem persönlichen Highlight hat man fast etwas Angst vor dem nächsten Album. Drei Jahre später nun also der Nachfolger namens „Catch Without Arms“. Mit dem Titel steigen gar üble Bilder vor meinem inneren Auge auf, das Album selbst ist aber vom ersten bis zum letzten Song eine „Ohrenweide“, nichts Häßliches weit und breit. Schon wenn beim Opener „Ode To The Sun“ der Refrain einsetzt und Sänger Gavin Hayes „...please accept“ singt, ist es wieder da, das „Dredg-Gefühl“: Gänsehaut gepaart mit dem Gefühl die Arme ausbreiten und mitsingen zu müssen, herrlich! „Bug Eyes“ knüpft genau dort an und erst mit dem dritten, dem Titel-Song zeigt sich, dass sich durchaus etwas im Sound der Band getan hat. Sie sind etwas weniger verkopft und verspielt, kommen etwas schneller auf den Punkt und wissen, was sie können. Einziger Ausfall ist für mich „Zebraskin“, den ich für die Band erstaunlich mittelmässig finde. Als vorletzten Song gibt´s mit „Matroshka“ einen astreinen Popsong, wie ihn auch U2 geschrieben haben könnten. Wollen mal hoffen, dass das nicht die Marschrichtung ist, die die Band zukünftig einschlagen will, denn auch wenn der Song gewohnt hohe Qualität bietet, kann die Band doch viel mehr als „nur“ gute Pop-Songs schreiben. (tj)




