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Maroon sind inzwischen ohne Zweifel eine Institution im europäischen Metalcore geworden. Mit ihrem neuen Album „Order“ festigt die Band diesen Status auf eindrucksvolle Weise weiter. Bassist Tom beantwortete uns einige Fragen per Email.

Ihr habt Euch von Album zu Album weiter entwickelt, was war Euch im Vorfeld des Songwritings zu „Order“ besonders wichtig?

Tom: Eigentlich gehen wir nie mit irgendwelchen bestimmten Vorstellungen an das Schreiben neuer Songs heran. Das entwickelt sich irgendwann alles von selbst beim Proben. Natürlich wollen wir immer die neue Platte besser machen als die davor und versuchen immer neue Sachen reinzubringen. Dies ist aber auch schon das einzige Ziel, was wir uns von Anfang an setzen.

Auf dem neuen Album zeigt Ihr Euch extrem vielfältig. Das Album erscheint fast wie ein Streifzug durch die Metalgeschichte, es gibt Thrash, Death, Melodic Death, Gothic und sogar Black Metal Referenzen.

Tom: Wir hören alle in der Band so viele verschiedene Sachen. Ich höre aus fast jeder musikalischen Richtung irgendwas. Diese Vielfalt wirkt sich auch auf unser Songwriting aus. An diesem Prozess sind wir ja alle beteiligt und da fließen natürlich auch die persönlichen Vorlieben von uns 5 mit rein. Ich finde in jeder von dir genannten Richtung einige Bands die mir super gefallen und der eine in der Band hört mehr Death Metal der andere mehr HC und der nächste mehr Pop. Und dadurch entsteht eine Vielfältigkeit die uns sehr wichtig ist!

Viele Produktionen klingen heute sehr ähnlich und steril. Ihr habt es geschafft, „Order“ sehr eigen klingen zu lassen. Die Platte klingt transparent und kraftvoll, gleichzeitig aber auch kantig und rau. Wie habt Ihr das erreicht und wusstet Ihr schon im Vorfeld wie das Album klingen soll?

Tom: Über den Sound machen wir uns schon recht früh so unsere Gedanken. Bisher sind wir mit all unseren Produktionen sehr zufrieden. Diese spiegeln immer super uns und die jeweilige Platte wider. Wenn die Platte dann aber einige Zeit draußen ist, findet man immer noch Sachen, die man beim nächsten Mal anders machen will und genau diese Sachen lassen Einen dann schon über den Sound der nächsten Platte nachdenken. Wir finden halt klare, detailierte Produktionen gut, die dennoch rau und ehrlich klingen. Wir wollen schon, dass man jedes Detail gut raushören kann, sind aber keine Band, die irgendwas mit Click-diktierten, Computer-generierten Aufnahmen anfangen kann. Wir legen Wert darauf, dass man immer hört, dass wir eine organische Band sind.

Mit Markus Stock habt ihr euch einen sehr untypischen Produzenten für euer Genre ausgesucht. Wie kam es dazu?

Tom: Wir lieben THE VISION BLEAK und den Sound ihrer Platten. Einige von uns, besonders Nick, Andre und ich, sind auch schon seit langem große EMPYRIUM Fans. Irgendwann hat Andre vorgeschlagen, einfach mal Markus anzufragen und das haben wir getan. Das war die beste Entscheidung! Markus ist toll. Das Arbeiten dort hat Spaß gemacht und wir sind mehr als glücklich mit dem Ergebnis.

Im Promoclip sieht man das Studio auch ein wenig und der Produzent scheint zudem auch noch Antiquitätenhändler zu sein – oder warum stehen da so viele alte Möbel rum?

Tom: Ha ha! Nein. Das Studio ist halt Teil eines größeren Komplexes zu dem eben auch ein Antiquitätenhandel gehört. Der hat dort sein Lager, das ist alles.

Ihr habt erstmals ein deutschsprachiges Lied auf dem Album, das wohl auf einem Gedicht basiert. Wie seid Ihr auf diese traurigen Gedichte gestoßen? Und was drückt der Song aus?

Tom: Die Idee dafür stammt von Andre. Der ist irgendwann auf den Gedichtzyklus „Kindertotenlieder“ von Friedrich Rückert gestoßen. Darin versucht dieser in 428 Gedichten den Tod zweier seiner Kinder zu verarbeiten. Ein Gedicht aus diesem Zyklus ist eben „Du bist ein Schatten am Tage“. Anfangs war ich von der Idee nicht so überzeugt, aber als ich das Lied dann im Studio zum ersten mal mit Gesang gehört habe, hat es mich umgehauen. Der Text ist so brutal, traurig und direkt und passt in seiner Stimmung perfekt zu dem Song.

Wofür steht der Titel „Order“?

Tom: Da kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Texte, Artwork und Titel bilden wieder einmal eine gewisse Einheit – aber es gibt da immer sehr verschiedene Interpretationsmöglichkeiten und ich möchte keinen in seiner Fantasie beschränken indem ich hier lang und breit erkläre, worum es sich bei der Platte dreht.

In Sachen Artwork ist’s wieder ganz anders als die Vorgänger, war das die Ansage an den Künstler?

Tom: Nein, diesmal stand das Artwork, oder zumindest das Cover, schon ganz am Anfang fest. Der Künstler kommt aus den USA und heißt Slasher. Von ihm haben wir schon 2008 verschiedene T-Shirt Designs bekommen. Eines davon hat uns so gut gefallen, dass wir ihn fragten ob er daraus nicht Cover und Artwork für die neue Platte machen könne. Er hat zugesagt und schon ging es los. Zufällig passten für mich meine ersten Texte auch prima in das künstlerische Konzept des Artworks und auch der Titel passt perfekt. Also hat sich am Ende wieder alles zusammengefügt.

Das LP-Artwork ist sogar noch mal anders, wieso?

Tom: Es gibt ein Artwork für die limitierte Digipack-Version und ein Artwork für die normale CD und die Vinyl + CD-Version. Wenn es verschiedene Versionen gibt, finden wir es immer ganz schön, wenn diese auch verschieden aussehen!

Das Album erscheint in verschiedenen Versionen, gibt’s Bonustracks bei der Digipackversion? Habt Ihr wieder mehr Material aufgenommen als die 12 Songs auf der regulären Version? Evtl. sogar wieder Coverversionen?

Tom: Ja. Gerade die schöne limitierte Digipack-Version ist sehr interessant. Dort gibt es 4 Bonustracks welche sich wirklich sehr lohnen! 2 Songs aus den Sessions zur „When Worlds Collide“ von 2006, von denen einer bisher nur in Japan erschienen ist und auf dem Barney von NAPALM DEATH Gastvocals übernommen hat, und einer der hier erstmals veröffentlicht wird. Außerdem gibt es einen Song aus der Session zu „The Cold Heart Of The Sun“ von 2007 der bisher auch nur irgendwo, in Asien glaub ich, erschienen ist und eine neue Coverversion, die wir bei der letzten Session mit aufgenommen haben. Ein wunderbares Lied von den göttlichen UNDERTONES namens „Teenage Kicks“.

Was habt Ihr selbst für Erwartungen ans Album – also kommerziell gesehen?

Tom: Natürlich wünscht man sich, dass sich jede Platte noch besser verkauft als der Vorgänger. Aber man darf sich da nicht verrückt machen lassen. Wir wollen einfach nur das jeder unsere neue Platte kauft. JEDER! Mehr nicht. Ha ha!

Der Vorgänger „The Cold Heart Of The Sun“ war ein Riesenalbum, ist aber seltsamerweise nicht gechartet, woran lag´s?

Tom: An ca. 50 CD’s Ha ha! Wir sind halt nur auf Platz 101 gelandet. Das passt aber irgendwie zu MAROON. Wir haben immer so ein Pech. Wir haben auf unserer Releaseshow tonnenweise CDs verkauft die eigentlich auch bei den Media Control Charts angemeldet werden sollten. Das hat aber der Händler irgendwie verbockt. Mit diesen CDs hätte die Sache ganz anders ausgesehen, aber egal! Deswegen sage ich ja, diesmal muss JEDER unser Album kaufen und schon fegen wir DEPECHE MODE von der 1 ha ha!

Ein Video wird’s auch geben, was kann man da erwarten?

Tom: Natürlich das Beste vom Besten ha ha! Was soll ich da jetzt sagen? Ich komme mir schon manchmal vor wie ein Marktschreier ha ha! Das Video ist fertig und ich finde es toll. Es ist nicht allzu ernst aber trotzdem mit unglaublich tollen Bildern ausgestattet. Und man kann viel entdecken. Also unbedingt anschauen!

Wovon handeln die Texte der neuen Songs, gibt’s einen roten Faden?

Tom: Wie gesagt, ich möchte da nicht zu viel erklären aber grob gesagt geht es um Situationen der Abhängigkeit und alles was damit zu tun hat. Andre und ich haben uns diesmal mit Sekten und religiösen Verbindungen beschäftigt, die sogar dazu in der Lage sind sich und ihre Angehörigen zu töten wenn es ihr geistiger Führer befiehlt. Mich hat einfach interessiert was in den Köpfen solcher Menschen vorgehen mag. Es gibt aber auch andere Themen. Aber ich möchte da wirklich nicht zu viel verraten.

Ihr wart mit so unterschiedlichen Bands wie Korn, As I Lay Dying und Samael, aber auch viel als Headliner unterwegs. Welche Erfahrungen habt Ihr mit deren verschiedenen Fangruppen aber auch den Bands selbst gemacht? Wo fühlt Ihr Euch am wohlsten?

Tom: Man muss wirklich sagen, dass wir bis jetzt noch keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Bis jetzt hat alles funktioniert, sei es Black Metal, Korn oder auch Emo. Überall hat man uns herzlich empfangen! Ich muss schon sagen, die Metalszene hat immer noch die größten Probleme Bands zu akzeptieren, die nicht ihrem Bild entsprechen. Wir spielen meistens Shows vor Metalpublikum und da ist auch alles wunderbar aber gerade so Sachen bei denen man mit extremen Bands oder Bands, die eher heavy oder true Metal machen, zusammenspielt gibt es schon manche komischen Blicke. Aber am Ende haben wir diese Leute auch, weil wir live einfach überzeugen können. Die haben ja meistens Vorurteile, weil Bands wie wir, die man als Metalcore bezeichnet, eher als störend empfunden werden. Auf der anderen Seite haben wir erst jetzt die GIVE IT A NAME Tour mitgespielt mit so Bands wie TAKING BACK SUNDAY, UNDEROATH oder THURSDAY. Also alles mehr oder weniger Emo-Bands und da war das Publikum phänomenal. Das waren größtenteils junge Kids und die haben richtig gut Party gemacht, das war super! Und diese jungen Leute sind mir schon am liebsten aber bis jetzt haben wir noch nie Probleme irgendwo gehabt und konnten dann immer überzeugen!

Mit dem letzten Album wolltet Ihr ja auch viel im Ausland spielen indem Ihr Euch zuhause ausländische Bands als Support holt und dann später in deren Heimatländern mit Ihnen spielt – was ist draus geworden, hat‘s geklappt?

Tom: Mit dem letzten Album haben wir fast gar nicht gespielt. Das hat sich dann alles geändert. Wir hatten eine Tour zur Platte bei der wir Bands wie BRING ME THE HORIZON, ARCHITECTS und BLESSED BY A BROKEN HEART mit hatten. Die Tour war auch super und die Hälfte der Daten war ausverkauft. Dann hatten wir im März noch eine Tour als Support für CHIMAERA und danach hatten wir irgendwie keine richtige Lust mehr. Wir wollten lieber anfangen Stücke für die neue Platte zu schreiben und brauchten auch mal etwas Zeit für unser Privatleben. Natürlich haben wir immer Angebote aus dem Ausland aber finanziell ist da meist nicht so viel drin und da die Band unser Beruf ist, können wir es uns nicht erlauben Geld zu verlieren oder für nichts wochenlang auf Tour zu sein!

Wie sehen Eure Tourpläne zu „Order“ aus?

Tom: 2009 ist schon wieder recht voll. Wir haben auch richtig Lust mal wieder loszulegen, weil wir ja im letzten Jahr nicht so viel gemacht haben. Wir spielen jetzt den ganzen Sommer Festivals und fliegen dann nochmal nach Russland und Japan und im Herbst steht dann ne größere Europatour an! Außerdem hoffen wir das man jetzt mal Angebote aus Australien und USA realisieren kann.

War das mit Marek Lieberberg beim letzten Interview ein Joke, oder was ist aus der Zusammenarbeit geworden?

Tom: Nein, wir haben schon einige Touren und Konzerte für Lieberberg gespielt, und wenn da was Interessantes kommt, denken wir darüber nach. Das ist alles sehr locker und unkompliziert, aber die Sachen die wir bis jetzt zusammen gemacht haben waren toll!

Geht’s Euch eigentlich manchmal nicht derbe auf den Sack, dass Ihr derart unter Beobachtung der Szenepolizei steht? Da werdet Ihr angeblich irgendwo mit Bierflaschen gesichtet oder trotz eindeutiger Attitüde und Interviewaussagen doch tatsächlich mit braunem Gedankengut in Verbindung gebracht…

Tom: Na ja, das ist doch alles halb so wild! Und wir bekommen solche lustigen Sachen auch meist nur von Dritten mitgeteilt, also uns persönlich hat noch nie jemand auf irgendwas in der Richtung angesprochen. Die Leute, die sowas angeblich gesehen hätten, würden uns ja auch nie ansprechen, denn sie wissen ja selbst am besten dass ihre Geschichte nicht stimmt. Aber wir amüsieren uns eher über sowas bevor wir uns aufregen. Aber wenigstens sprechen die Leute über uns  ha ha!

Letzte Worte?

Tom: Danke für das Interview. VIVA HATE!

 

Rolf Gehring & Thomas Jentsch

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Download: Wake Up In Hell, MP3
Interview: Sehr ausführliches Interview mit Shouter Andre (2006)
Interview: Ausführliches Interview mit Sänger Andre. (2007)
Review: Endorsed By Hate, 2004 (rg)
Review: Antagonist, 2003 (cj)
Review: When Worlds Collide, 2006 (rg)
Review: The Cold Heart Of The Sun, 2007 (tj)
Review: Order , 2009 (rg)
Live-Review: 19.01.2006, Köln - Live Music Hall