Labia - Take It
Erst vermutet man mal ein relativ gängiges Metalalbum, nach ca. 90 Sekunden gibt´s dann aber ein überraschendes Break und plötzlich wird geslappt und jazzy auf der Gitarre gewuselt, bevor dann ebenso unverhofft wieder in den Metalpart gewechselt wird. Das vom Titel eingeforderte Nehmen wird einem dann also doch nicht so einfach gemacht, wie zunächst vermutet. Was sich beim ersten schon schnell abzeichnet setzt sich auch mit den anderen fünf Songs fort, die Schweizer fordern den Hörer und sind keinesfalls leicht zu konsumieren. Vielschichtig, vertrackt, technisch auf hohem Niveau und über viele Stile wird hier gearbeitet und da muss man sich als Hörer erst mal drauf einlassen (wollen). Unter dem Namen Blasted wohl schon 1998 gegründet hat man aber erst nach mehreren Besetzungswechseln (letzter Neuzugang ist Philipp Eichenberger, der zuvor bei PX-Pain gedient hat) zur heutigen Form gefunden. Bei den Instrumenten fällt mir besonders der Bass positiv auf, der oft wunderbar erdig grollt, was jetzt nicht heißen soll, dass die anderen Musiker irgendwie abfallen, ganz im Gegenteil, die sind schon alle sehr fit. Und auch der Gesang zeigt sich sehr sicher und variabel. Ein starkes Stück der Eidgenossen, dass man sich aber durch mehrere Durchläufe erarbeiten muss, denn da steckt von Metal über Jazz, Rock, Industrial und auch dem ein oder anderen Folksprengsel so einiges drin, was entdeckt und in Zusammenhang gebracht werden will. (tj)




