Random - Who really cares?
Tja, man belächelt sich seit Jahren irgendwie mehr oder weniger gegenseitig, wir sind für sie die "Piefkes" sie werden bei uns schon mal als "Schluchtis" bezeichnet. Und, wie viel (Punk-)Bands kennst DU aus Österreich? Und wie viele aus den USA? EBEN! Rein von der Wahrscheinlichkeit war es ja absehbar, dass es auch südlich des Bodensees Punkbands geben muss und die vorliegende CD der Linzer Random unterstreicht das auch mit Nachdruck. Die erfinden zwar auch das (Punk-)Rad nicht neu, sind aber so erfrischend am Werk, dass es einfach Spaß macht die zwölf Songs zu hören. Es wird keiner Band offensichtlich nachgeeifert, die Produktion ist genau richtig für die Musik, die Musiker top, die mehrstimmigen Gesänge einwandfrei und mit zärtlich eingestreuten Turntables und einem Cello setzt man gekonnt Akzente. Die ersten Songs kommt man kaum zum Verschnaufen, so hyperaktiv jagen die Vier durch die ersten Songs (besonders der Drummer scheint seinen Kaffee gerne intravenös zu nehmen), kaum Pause zwischen Track eins und zwei; sie haben was zu sagen und wollen wohl keine Zeit verschwenden. Platte Parolen oder den Aufruf zum Steinewerfen sucht man glücklicherweise vergebens, die gesellschafts- und szene-kritische Botschaft steht aber zwischen den Zeilen und die Band betont ein gewisses revolutionäres Potenzial. Der offiziell letzte Track ist dann sogar noch leicht Ska- bzw. Reggae-angehaucht und nach einer Zigaretten-Pause wird dann der Hidden-Track zum besten gegeben bei dem das oben erwähnte Cello und überhaupt kein Schlagzeug zum Einsatz kommt - für mich einer der besten Tracks der ganzen CD. Eigentlich ein Album für besseres Wetter, aber Kontrastprogramm ist ja auch willkommen! (tj)




