Helmet - Size matters
Ganze sechs Jahre Funkstille im Helmet-Lager. Die Band war tot und sollte es eigentlich auch bleiben. Ein kreativer Kopf wie Page Hamilton kann aber offensichtlich nicht einfach so die Hände in den Schoß legen und sein Leben genießen, denn spätestens seit den Ankündigungen zum Best of-Album verdichteten sich die Gerüchte, dass Helmet wieder aktiviert werden würden und ruckzuck war es dann da, das neue Werk. Eine wichtige Person bei dieser Wiederbelebung war wohl auch NIN-Mann Charlie Clouser, der bei dreien der elf Songs auf der CD Credits fürs Songwriting hat. Es ist an sich Blödsinn hier von einer Reunion zu sprechen, denn von der legendären Besetzung ist einzig Page Hamilton geblieben und das macht deutlich, was er auch in dem ein oder anderen Interview gesagt hat: Er war und ist Helmet, bei vielen der neuen Songs ist er alleine für Musik und Texte verantwortlich und die Produktion hat er auch noch übernommen. Er hat sich natürlich erfahrene Leute ins Boot geholt, Chris Traynor (Ex-Helmet, Ex-Bush) an der Gitarre, John Tempesta (Ex-Testament, Ex-Rob Zombie) am Schlagzeug und Frank Bello (Ex-Anthrax) am Bass. Und folgerichtig klingt das neue Album auch... genau: 100%ig nach Helmet! Harte, rhythmische Stakkato-Gitarren, kehliger Gesang, Noise-Elemente - alles wie gehabt, nur eben mit einem Schuss nachvollziehbarer Weiterentwicklung. Es wird eindeutig mehr melodisch gesungen und auf Harmonien geachtet, als das früher der Fall war, ein Song wie "Drug Lord" wäre früher wohl kaum auf einer Helmet-CD gelandet, aber wer will schon eine Band, die still steht und sich konsequent allen Veränderungen verweigert? (tj)




