GF93 - OSR
Auf dem Cover der CD prangt ein Hinweis der besagt, dass die Platten von Converge Gitarrist Kurt Ballou gemischt wurde. Na toll, dachte ich mir. Wieder eine Band die versucht Converge zu imitieren und damit auf die Nase fällt. Schon die ersten Töne der Platte belehren mich aber eines besseren. Mit Converge haben die Italiener herzlich wenig zu tun. Im Grunde mit überhaupt keiner anderen Band, denn was hier geboten wird ist absolut eigenständig. Die Mitglieder der Band haben bunte Hintergründe. Sänger Carlo war Mitglied der Black Metal Band Necromass und ihr erstes Album war durch die Zusammenarbeit mit Paolo Faviti stark vom Industrial geprägt. OSR ist das mittlerweile vierte Album der Band und von diesen Einflüssen ist heute nicht mehr viel zu hören. Die Band webt sehr unterschiedliche Einflüsse in ihren Sound ein. Da sind einerseits massive Gitarrenwände und krachige Arrangements die an Bands wie Earthtone 9 oder Neurosis erinnern zu hören, andererseits sind auch klare Elemente aus dem Nu-Metal neben einem modernen Hardcore Einfluss zu identifizieren. Auf der Platte sind sowohl sehr melodische Songs mit emotionalem Gesang als auch harte Brecher mit verstörenden Arrangements zu hören. Alles klingt jedoch jederzeit wie aus einem Guss und vor allem hat man nie das Gefühl die Songs bereits im Vorfeld zu kennen. GF93 haben es geschafft Eingängigkeit und musikalische Originalität unter einen Hut zu bekommen. Hier und da klingt die Platte jedoch leider etwas klinisch und die ganz großen Hits fehlen, trotz vieler starken Momente, noch. Mit dieser Band darf aber in Zukunft gerechnet werden. Leute ohne Scheuklappen sollten mal reinhören. (rg)




