The Open - The silent Hours
Die linksfahrenden Kollegen von der Insel sind ja schnell mit Superlativen zur Hand, wenns um Newcomerbands aus eigenen Landen geht. Da wird mindestens einmal pro Woche "Die beste Band seit Nirvana" bzw. seit Oasis, Blur, Placebo oder Muse entdeckt und somit ist man als Zentraleuropäer automatisch etwas vorsichtig, wenn mal wieder eine entsprechend gelobte CD eintrifft und der nächste Hype besprochen werden soll. Also möglichst unvoreingenommen rein in den Player und ab dafür. Und bereits nach den ersten Songs zeichnet sich ein positives Votum ab. Das Gehörte ist eindeutig britisch, jedoch nicht von der gewollt unsympathischen Ladism-art wie sie Oasis und The Verve repräsentieren, sondern eher von der gerne auch mal psychedelisch rockenden Art wie man sie etwa von Muse oder auch Oceansize kennt. Das Ganze ist bei The Open aber stets in sphärisch schwebende Melancholie gepackt. Ein Grossteil dieser Atmosphäre geht aufs Konto von Keyboarder Alan Dutton, aber auch Gitarrist Jon Winters weiss durch Sounds Akzente zu setzen. Das Quintett aus dem Norden hat ein souveränes Debut vorgelegt und das fast nur in Grautönen gehaltene Booklet nimmt die Grundstimmung des Albums, dieses bittersüß-melancholische, sehr gut auf, geizt aber sonst mit Infos: Bandfotos, Texte, Liner-Notes etc. fehlen leider völlig. Eine der wenigen Infos ist, dass Simon Raymonde produziert hat, und der hat sehr gute Arbeit geleistet und ist manch einem wohl noch von seiner Zeit bei den Cocteau Twins ein Begriff. Mal sehen ob die Herren nach diesem guten Start auch ordentlich vorankommen...(tj)




