Anathema - A Natural Disaster
Die letzte Meldung die ich von Anathema im Ohr hatte, war deren Split bzw. ein heftiger Streit innerhalb der Band. Die folgenden Best-Of Veröffentlichungen erhärteten den Verdacht, die Band würde sich trennen. Umso überraschter war ich also, als plötzlich dieses brandneue Album erscheint. Nachdem das letzte Album „A Fine Day To Exit“ in meinen Augen ein echter Meilenstein war, fällt das neue Album nun deutlich ab. Die Trauerklöße lassen es selbst für Anathema Verhältnisse extrem leise, zerbrechlich und langsam angehen. Härtere Gitarren sind nur stellenweise zu vernehmen und man widmet sich verstärkt minimalistischen und atmosphärischen Klängen. Obwohl dies normalerweise das Spezialgebiet der Engländer ist, schaffen sie es dieses Mal nicht voll zu überzeugen. Sicherlich lullen auch die neuen Songs ein, schaffen traurige Atmosphäre und der Gesang ist fesselnd wie eh und je, aber es fehlen einfach die großen Hits und Melodien die auf den letzten Alben so häufig auftraten. Songs wie „Harmonium“ oder das seltsame „Closer“ ziehen sich scheinbar ewig in die Länge und werden schnell langweilig. Einige große Momente hat das Album natürlich so wie das herzzerreißende „Are You There?“ oder „Pulled Under At 2000 Metres A Second“ bei dem dann überraschend doch wieder eine härtere Gangart eingelegt wird. Auch cool kommt der komplett von einer weiblichen Gesangsstimme vorgetragene Titeltrack. Nichtsdestotrotz ist „A Natural Dissater“ in meinen Augen das bisher schwächste Anathema Album, da es der Platte einfach etwas an Biss fehlt. Um in melancholischen Träumen zu schwelgen reicht die Platte aber allemal. (rg)




