Coogans Bluff - Poncho Express
Unter diesem Namen hatte ich bisher nur einen lässigen Don Siegel-Film gespeichert, die Assoziation ist aber nicht die schlechteste. Für Leute, die nicht zum ersten Mal mit diesem Bandnamen zu tun haben, gibt’s mit dem “Poncho Express” gleich 'nen ganzen Sack voll Neuerungen. Denn bei den Kompositionen steht nicht mehr das reine (Indie)Riff im Mittelpunkt, es regiert eine fast schon Tarantino-Soundtrack-verdächtige Coolness, die auch gerne in Funk-Gefilde vordringt – wobei die neu hinzugefügte Bläserfraktion natürlich sehr gelegen kommt. Der Titeltrack erinnert gar gar nicht so dezent an ZZ-Top, wartet mit einem chilligen Mittelteil auf, in dem vor dem geistigen Auge bei High Noon das Tumbleweed durchs Cinemascope-Bild kullert und man allein vom Zuhören schon eine staubtrockene Zunge bekommt, die nach Wasser lechzt. Vieles verrät eine gewisse Liebe zum Jam, aber die Herren können auch kurz und knapp auf den Punkt kommen: der Alternative-Smasher “You And Me“ beweist das aufs allerfeinste. Aber schon der Opener „Beefheart“ haut einen spätestens dann vom Hocker, wenn Fronter Clemens sein Organ anwirft und dabei klingt wie ein extrem angepisster Tom Waits, dem man nach einer durchzechten Woche die Aspirin-Packung geklaut hat – und zu keiner Sekunde des 9minütigen Songs ist man versucht, die Skiptaste zu drücken! Die leider nur fünf Tracks dieses Albums sprühen trotz enormer Stilbreite zwischen Alternative, Funk, Rock und etwas Stoner allesamt nur so vor Spielfreude und arschtightem Zusammenspiel. (tj)






