Kopek - White Collar Lies
Kopek aus Irland sind das erste Signing vom neuen Century Media Sublabel Another Century. Um sich entsprechend vom Hauptgeschäft abzuheben sind Kopek keineswegs eine Metal Band. Auf „White Collar Lies“ haben wir es mit einem verschrobenen Sound zu tun, der sich am besten in die Indie-Rock Schublade stecken lässt. Kopek bewegen sich dabei irgendwo zwischen Muse und Nirvana. Einerseits dreckig und lärmend, andererseits aber auch mit hohem Anspruch und vor allem mit Fistelstimme. Man kann Kopek keinesfalls mangelnde Identität vorwerfen, die Band hat einen sehr eigenen Sound. Mit dem Opener „Love Is Dead“ aber landet die Band einen fetten Griff ins Klo. Der Song, in dem Sänger Daniel Jodan in einem absolut nervtötenden Tonfall aufzählt, was alles tot ist und was nicht (von Extasy über Janis Joplin bis Heavy Metal), nervt auf ganzer Linie. Ganz so schlecht wie dieser Opener vermuten lässt, ist der Rest dann zum Glück doch nicht. Im Gegenteil, „The Easy Way“, nervt nur gelegentlich mit Fistelstimme und wartet mit einem richtig coolen Refrain auf, „Fever“ kann mit einer lässigen Blues Atmosphäre punkten und „Love Sick Blues“ lässt entfernt Queens Of The Stone Age grüßen. Trotzdem ist „White Collar Lies“ recht weit davon entfernt, zu überzeugen. Problem ist hauptsächlich die Stimme von Daniel Jordan. Diese klingt nur selten wirklich gut und zerrt eher an den Nerven des Hörers, insbesondere wenn die aufgesetzte Fistelstimme zum Einsatz kommt. Das hat was vom Quietschen der Kreide an einer Tafel. Das muss man mögen. Ich bin mir auch sicher, dass es Leute gibt, die an der Band durchaus Gefallen finden können. Handwerklich ist alles im grünen Bereich. Wenn man also auf schrägen Indie-Rock steht, kann man ein Ohr riskieren. Ich persönlich kann wenig damit anfangen. (rg)






