Laserboys - Laserboys Vs. Lord Fleyschzahn
Ich weiß ganz genau, wie das beim Meister Chefredakteur abgegangen ist: “Ah, eine CD mit einem Comic, der Tom steht doch auf so'n Kram“ und zack, ab dafür zu mir ins Postfach. Na, vielen Dank! Seit 2006 gibt’s die Stuttgarter Formation wohl schon und mit dieser Veröffentlichung legt man dann sein Debüt vor. Und Mühe haben sie sich gemacht, das muss man ihnen lassen. Denn mit der CD kommt, wie schon erwähnt, ein vollwertiges Comicheft. Allerdings kein gutes – aber das ist ganz stark Geschmackssache. Zeichnerisch ist das sehr oldschoolartig gehalten, Robert Crumb lässt grüßen. Dazu kommen Farben, die LSD-Konsum nahe legen und ein Lettering, das ins Bild passt. Außerdem stinkt das Heft extrem, also echt jetzt! Jedenfalls begleitet das Heft die CD und andersherum. Musikalisch ist das alles sehr hyperaktiv bzw. collagenartig angelegt. Erster halbwegs kompakter Track ist der auf Deutsch dargebotene Track “Club Morbid“, der als Rammstein-Persiflage angelegt ist; inklusive entsprechendem Gesang und Riffing. An sich ist das Album unhörbar – wobei, vielleicht findet der ein oder andere Geisteskranke hier den Soundtrack für sein wirres Hirn? Denn es wird zwischen hörbaren Nintendo- und Hardcoreinflüssen immer wieder fies hyperaktiv-hektisch geskippt, unerträgliche Autotuneeffekte, nervtötende Saxophonsoli, Samples, Geschrei, Eurotechno, Fax- und Handygeräusche – immer munter rein in den Mixer. Ich habe den Verdacht, dass das Kunst ist – oder sein soll. Wenn man sich die Bilder ihrer Show beim Mini Rock Festival in Horb anschaut, dann macht das live (nicht nur wegen der sexy Ganzkörperanzüge) wohl Laune und im Info wird auch betont, dass der Spaß groß geschrieben wird. Die CD macht mir jedenfalls wenig Spaß. Aber man muss ja auch nicht immer alles verstehen… (tj)






