Lavatch - Polygraph
Die Kölner Combo Lavatch hat sich in letzter Zeit eine kleine Pause gegönnt, um ihre Line Up-Probleme in den Griff zu bekommen. Anno 2010 melden sie sich nun mit einem elf Songs umfassenden Lebenszeichen namens „Polygraph“ zurück, das durchaus zu überzeugen, und gelegentlich sogar zu begeistern weiß. Die Marschrichtung ist schnell ausgemacht: Chaotischer Hardcore mit ordentlichem Rock-Einschlag und gelegentlichen Noise-Einlagen steht auf dem Plan. Hier und da werden noch einige schwerwiegende Mosh-Breakdowns eingestreut, die das Gesamtbild von „Polygraph“ recht positiv abrunden. Der Opener und Titelsong ist aber der absolute Überflieger dieses Albums, der vor Frische und Originalität geradezu explodiert. Hier werden alle aufgezählten Stilelemente sehr gekonnt zu einer fetten, knapp vierminütigen Arschtreterei allererster Güte vereinigt, die auch den Vergleich mit Genre-Größen wie Norma Jean oder Everytime I Die nicht zu scheuen braucht. Zucker - mit Sahnehaube! Zu diesem Stück findet sich auf dem Silberling übrigens noch ein recht cooler Videoclip, der eine kleine Vorschau auf die Live-Qualitäten der fünf Kölner liefert. Schade, dass es keinem der anderen Songs gelingt, das Niveau des monströsen „Polygraph“ auf Dauer aufrechtzuerhalten. Ich will nicht sagen, dass der Rest des Albums aus Fillern besteht, aber das ein oder andere Blindgänger-Riff ist dann halt doch mit dabei. Unterm Strich ist „Polygraph“ aber ein Album, das dank der nötigen Portion Aggressivität, Abwechslungsreichtum und Abgefahrenheit auch auf Dauer hörenswert ist. (cj)




