Sons Of Alpha Centauri & Treasure Cat - Last Day Of Summer
Die Kollaboration zweier Bands in Form einer Split-Veröffentlichung ist im Prinzip ja nichts weltbewegendes, in diesem Fall aber durchaus bemerkenswert, da beide Formationen nicht nur eigene Songs beisteuern, sondern auch drei der insgesamt elf Stücke in Co-Produktion erarbeitet haben. Verantwortlich hierfür zeichnen zum einen die Engländer Sons Of Alpha Centauri, die sich durch mehrere Releases schon einen Namen im Land des instrumentalen Rock gemacht haben. Zum anderen treten Treasure Cat aus West Virginia auf die Bühne, die aus den Überresten von Karma To Burn entstanden und für soliden Riffrock bekannt sind. Das Resultat: Stoner trifft auf Post, Progressive und klassischen Rock und wird auf variantenreiche Art und Weise zusammengemixt. Bevor wir uns aber der wild durcheinander gewirbelten Tracklist widmen, sei erwähnt, dass man auf der gesamten Platte vergeblich nach Gesang suchen wird, da ja keine der Bands einen Sänger vorzuweisen hat… Der Opener „Flying Dutchman“ ist die erste Hörprobe der vereinten Kreativität beider Combos (unter dem Namen Alpha Cat) und bietet treibenden Bluesrock mit Mundharmonikaklängen und Kyuss-Einschlag. Auch die beiden weiter hinten platzierten Stücke dieses Projekts folgen dem Schema der schweren Riffs und antreibenden Beats. Dabei fällt es einem schwer, ruhig sitzen zu bleiben, und das wohlbekannte Dauernicken stellt sich ein. Allerdings birgt keine der drei Nummern wirklich gewaltige Überraschungen, und somit können sie getrost als besserer Standard abgeheftet werden. In dieser Beziehung haben die vier ‚Solobeiträge’ von Treasure Cat schon mehr zu bieten. Zwar sind sie ebenso auf Eingängigkeit und Geradlinigkeit ausgelegt, werden aber mit interessanten Breaks aufpoliert und durch eine clevere Vielschichtigkeit mit einem guten Maß an Tiefgang versehen. Insbesondere „Dresden“ besticht durch eine teils vertrackte Rhythmik und einem brillanten Zusammenspiel der Saitenfraktion. Für mich der Höhepunkt auf „Last Day Of Summer“! Abgerundet wird dieser letzte Sommertag durch die vier SOAC-Werke, die mit einer durchschnittlichen Spielzeit von fünfeinhalb Minuten den größten Teil der Platte ausmachen. Bodenständiges Riffing wird hier mit wahren Ohrwurmmelodien kombiniert und oftmals über Minuten hinweg – beinahe ohne Stopps – zelebriert. Die vier Jungs erschaffen eine melancholische bis verträumte Postrock-Melange, die passagenweise leider mit dem Gespenst der Eintönigkeit zu kämpfen hat. Man muss bei Songs wie „Tribute To Harmonious“ doch eine starke Zuneigung für simple Melodieführungen haben, um nicht abzuschweifen. Geschmackssache. Das Album abschließend zu bewerten fällt nicht ganz leicht, da diese Fusion zweier Rockbands ebenso progressiv, wie auf traditioneller Ebene stattfindet. Bei mir hat „Last Day Of Summer“ jedenfalls einen recht positiven Eindruck hinterlassen. Wer sich also im Genre des Instrumental Rock heimisch fühlt, wird nicht umhin kommen, hier zumindest einmal reinzuhören. (cj)




