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Bitune - The Great Compression

Label: Headroom Records  •  VÖ-Datum: 11.09.2009 •  Genre: Alternative  •  Wertung:6 / 7

User-Wertung: 7 (1)  •  September 2009

So kann man sich täuschen. Beim Hören dieses formidablen Albums hätte ich so manches vermutet, aber bestimmt nicht, dass sich hier das Werk einer deutschen Band im Player dreht. Briten hätt ich am ehesten dahinter vermutet; umso größer die Überraschung beim Lesen des Infos: Eschwege. Kein Scherz jetzt! Etwas über 20.000 Einwohner und wenn man die Stadt mit einem Punkt auf einer Karte von Deutschland markiert, dann anhand der Grenzen das Land ausschneidet, dann hätte man wohl gute Chancen, dass sich unter dem Eschwege-Punkt auch der Schwerpunkt verbirgt, sehr mittig das. Trotz ländlicher Herkunft mieft hier aber keinerlei Landluft, das ist alles herrlich mondän und up to date. Der britische Input kommt aber offensichtlich nicht von ungefähr, denn die Band war 2007 auf (Ochsen)Tour in Großbritannien, 28 Städte wurden beackert, das können nicht viele nationale Bands von sich behaupten. Auch wenn die vier Herren das wohl nicht gern hören, so wird es doch bestimmt in fast jedem Review stehen: Sie erinnern (auf eine sehr gute Art) an Placebo. Und zwar an die frühere Phase der Band und ohne den aktuellen Größenwahn, die Schminke und die Metrosexualität. Und sie verstecken bei Konzerten auch keine Musiker hinter der Backline… Zudem haben nahezu alle der elf Kompositionen einen hohen Qualitätslevel, große Hitdichte also. Vom Hit jetzt aber nicht in Richtung oberflächlichem, happy Singalong-Material kombinieren, die Hessen sind auch gerne mal ruhig-melancholisch (etwa bei „Shattered Revolt“). Seit 2001 spielen Bitune nun schon in unveränderter Besetzung und das merkt man dem ausgereiften Songmaterial auch an. Hier wird gekonnt arrangiert, die Gesangslinien zeugen von Reife, allein den Verzerrer könnte man den Gitarren gerne mal etwas öfter gönnen. Da hat man manchmal den Eindruck, dass die absichtlich wegen der breiten Öffentlichkeit an der kurzen und sicheren Leine gehalten werden, die könnte man aber ruhig mal etwas mehr springen und Adrenalin verbreiten lassen – die wollen doch nur spielen! Aber um dieses Review nicht mit Kritik enden zu lassen: Top-Album und eine sehr angenehme Überraschung durch eine Band, die ich bisher null auf dem Schirm hatte. (tj)

2009-09-15 Helldriver Magazine So kann man sich täuschen. Beim Hören dieses formidablen Albums hätte ich so manches vermutet, aber bestimmt nicht, dass sich hier das Werk einer deutschen Band im Player dreht. Briten hätt ich am ehesten dahinter vermutet; umso größer die Überraschung

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(tatsächliches Album in der Vorschau kann vom Review abweichen. )

weitere Artikel: Review: same MCD, 2004 (hs)