Masters Of Reality - Pine / Cross Dover
Eine zwiespältige Angelegenheit, das neue Album der Masters um Mastermind Chriss Goss. Die zweigeteilten Albumtitel und die Darreichung mit dazu passenden zwei Covermotiven lassen schon auf nicht gar so homogenes Material schließen, und das wird dann auch aufs Deutlichste bestätigt. Die Warterei aufs Album war wegen der vielen Verschiebungen ja schon nervig genug, und vielleicht hat sich in dieser Zeit einfach eine Erwartung aufgebaut, der die Songs gar nicht gerecht werden können. Die zweite Hälfte des Albums, „Cross Dover“ ist unterm Strich deutlich rockiger und weniger psychedelisch als der „Pine“-Part, man hört an allen Orten die vielen Betätigungsfelder von Herrn Goss heraus, vieles erinnert soundtechnisch sehr an QOTSA und bei „Testify To Love“ geht er sogar gemeinsam mit UNKLE-Kopf James Lavelle ans Werk. Viele Songs fangen vielversprechend an, man vermutet immer wieder mal große Stoner-Taten, die dann aber leider eher als gute Intro-Idee verpuffen, dahinplätschern und wenig überzeugen können. Die Dub-Nummer „Worm In The Silk“ ist auch eher deplatziert und „Rosies Presence“ schreit förmlich Led Zeppelin. Auch die beiden Instrumental-Songs des Albums sind eher unnötig und legen – besonders im Fall des 12minütigen „Alfalfa“ - fast schon den Verdacht nahe, dass man da die Spielzeit beschönigen wollte, a la „Los Jungs, lasst uns Jammen, ich nehm das auch auf!“. Alles in allem eher wenig zugänglich und bestimmt nicht das Album, auf das man als Fan der Band fünf Jahre lang gewartet hat – so lange ist die letzte Veröffentlichung schon wieder her. Interessant wird’s dann aber bestimmt wieder live, schon allein die Besetzung wird interessant werden… aber noch hat Chris Goss nichts dazu verraten. (tj)




