Hemlock Smith - Keep The Devil Out Of Hillsboro
Trotzdem das Album alles andere als einfach auf einen Nenner zu bringen ist, gibt es etwas, das die 14 Songs auf einen homogenen Nenner bringt: die charismatische Stimme von Michael Frei. Der Schweizer schafft es – wie auch immer – diese Melange aus Singer/Songwriter, Blues, Jazz, Walzer (!), Rock, Pop, Country und Filmmusikhaftem zu einem herrlich kuscheligen Teppich zu verweben. Ein Teppich für die wohligen Stunden des Lebens ebenso wie für die düsteren. Leute die die Knüpfwaren aus dem Haus Tom Waits, Nick Cave oder auch dEUS schätzen, werden sich auch hier schnell wohl fühlen. Manches ist einfach wunderbar anzuhören, anderes dann aber auch wieder düster und leicht melancholisch. Dabei passiert oft herrlich wenig, bei „The North Sea“ dominiert ein Kontrabass, etwas akustische Gitarre wird gezupft, ganz wenig Schlagzeug kommt dazu und ein Klavier setzt vereinzelt Akzente – Reduce To The Max! Dabei ist das Material nie platt oder bieder, manches ist wohl bewusst (?) etwas schräg gehalten, die Langzeitmotivation ist auf jeden Fall gegeben. Frei ist dabei nicht alleine, bei Hemlock Smith handelt es sich wohl um eine Band, stellenweise schart er jedenfalls über zehn Leute um sich, baut opulente Soundwände auf und beschränkt sich dabei aber überraschenderweise meist auf akustische Instrumente. Trotzdem es sich wohl bereits um die dritte CD der Band aus Lausanne handelt, ist ihr Ruf seither nicht auf breiter Ebene ins Nachbarland geschwappt – das wäre ihnen aber wirklich zu wünschen, das Album ist eine wirkliche Entdeckung! (tj)




