Dysrhythmia - Psychic Maps
Wer sich bereits in der Vergangenheit mit Dysrhythmia auseinandergesetzt hat, wird dieses besondere Hörerlebnis nicht vergessen haben. Mit „Psychic Maps“ erscheint nun das vierte Album der drei Übermusiker Eber, Hufnagel und Marston, welches übrigens nicht besser betitelt sein könnte, denn für diese Auswüchse der menschlichen Psyche braucht man definitiv eine Navigationshilfe. Auch die neuste Veröffentlichung ist wieder ein rein instrumentaler Trip durch chaotische Songstrukturen, vertrackte Rhythmen, dissonante Akkordfolgen und Instrumentenhandling auf höchstem Niveau. Im Vergleich zum direkten Vorgänger „Barriers and Passages“ klingen die sechs aktuellen Stücke allerdings ein kleines bisschen eingängiger, wobei der Begriff ‚eingängig’ im Zusammenhang mit Dysrhythmia eigentlich keinen Sinn ergibt. Die US-Boys tischen dem Hörer erneut eine Übermacht komplett verrückten Songwritings auf, die ihn in Gestalt von abartigen Schlagzeugbreaks und extrem virtuosen Gitarren- und Bassläufen überfährt. Ständig wird vollste Aufmerksamkeit gefordert – und diese meist auch überfordert. Aber zumindest stellenweise kommt so etwas wie ein treibender Groove zustande, der grob unter Postrock einsortiert werden könnte, und zusammen mit den doch recht zahlreich vertretenen melodischen Parts für willkommene Abwechslung sorgt. Überraschend für mich ist hierbei vor allem die sehr gefühlvolle Art und Weise, wie die drei Herren aus Philadelphia ihre Melodien führen und weiterentwickeln. Dennoch ist ein Großteil von „Psychic Maps“ zum Bersten angefüllt mit verwirrenden Frickelpassagen, sperrigen Drum Patterns und unzähligen Songwendungen, die kaum nachvollziehbar sind. Die drei Musikgenies erhalten für ihr jüngstes Meisterwerk allerdings nicht die Topwertung, denn außer ihnen können nur die wenigsten begreifen, was für ein enormes musikalisches Monstrum sich hier über (lediglich) vierzig Minuten Spielzeit entfaltet. (cj)




