Black Math Horseman - WYLLT
Das Genre Postcore hat über die letzten Jahre ordentlich Zulauf bekommen. Das ist erfreulich und es ist auch nicht zu befürchten, dass da ein Trend und eine Massenbewegung daraus wird, denn dazu ist die Musik einfach nicht so Fast-Food-mäßig konsumierbar. Problem ist bis zu einem gewissen Grad aber auch, dass in Besprechungen der Alben, die man unter diesem Begriff zusammenschnürt, meist irgendwann Vergleiche mit den Großen, will sagen Neurosis und Isis, angestellt werden. Da haben Black Math Horseman insofern den Vorteil, dass sie dank der Sängerin Sera Timms schon mal ganz anders angepackt werden. Musikalisch erinnern die sechs Songs in übersichtlichen knapp 40 Minuten aber durchaus an Isis. Das ist aber an sich nicht das Problem, das Album kommt irgendwie nicht so recht raus aus dem Quark. Die Songs haben allesamt ein ehypnotischen Charakter mit ab und an leichten Stoner- oder Doom-Versatzstücken, es fehlen aber so ein bisschen die Höhepunkte. Vor allem ist es mir auch unverständlich, dass die Band aus dem Kapital der weiblichen Stimme nicht mehr Gewinn schlägt. Die wird meist recht gleichförmig eingesetzt, mit etwas mehr Abwechslung und/oder dem ein oder anderen Ausbruch in Richtung Emotion oder Aggressivität wäre da (noch) viel mehr drin gewesen. Und beim abschließenden „Bird Of All Faiths And None“ scheint es der Band dann selbst zu dämmern, denn da passiert es dann doch noch, Lady Timms geht mehr aus sich heraus und lässt so auf das nächste Werk der Band hoffen, Potential ist viel da! Fans der genannten Bands oder z.B. auch Battle Of Mice sollten hier auf jeden Fall mal reinhören! (tj)




