Amorphis - Skyforger
Wenn man als Band mal seit über 18 Jahren aktiv ist und in der Zeit satte acht Alben veröffentlicht hat, dann kann das unter Umständen auch eine gewisse Last sein. Man verpuppt sich über die Jahre vielleicht mehrfach, lässt das ein oder andere Genre hinter sich und meist sind die Fanscharen dann gespalten und können sich nur für eine bestimmt Phase begeistern. Wenn die angesprochene Last bei den Finnen Amorphis vorhanden war, dann lassen sie sich davon herzlich wenig anmerken! Denn auch auf ihrem neunten Album kümmern sie sich wenig um Genregrenzen und –vorgaben. Was vor Jahren also im Death Metal begann, ist mittlerweile doch deutlich rockdominiert – was aber nicht heißt, dass sie den Death-Input völlig aus ihren Kompositionen verbannt haben! Mehrere Songs auf „Skyforger“ tragen, beispielsweise über wieder selbstbewusst eingesetzte Growls, Spuren davon, Tracks wie der Opener „Sampo“ und „Majestic Beast“ sogar überdeutliche. Ganz der finnischen Herkunft entsprechend finden sich aber auch wieder Folkmotive und entsprechend ruhige Songs bzw. Passagen unter den elf Songs. „Highest Star“ wäre da ein prima Beispiel, wobei das nur teilweise zutrifft, denn im Refrain wird dann deutlich aufs Gas getreten und auch wieder fleißig gegrowlt! Manche Refrains sind richtiggehend poppig, im Kontrast dazu sind aber auch ordentlich Melancholie, etwas Prog und sogar 70er-Jahre-Sprengsel vertreten. Ein selbstbewusstes, erwachsenes Album einer Band, die sich nicht um ihre Rezeption scheren muss, sie hat längst eine charakteristische Handschrift gefunden.(tj)




