Agoraphobic Nosebleed - Agorapocalypse
Agoraphobic Nosebleed gehörten schon vor ihrem Debütalbum "Honky Reduction" aus dem Jahr 1998 zu den Bands, die der Bezeichnung Extreme Metal ihre eigentliche Bedeutung verleihen. Kaum eine andere Kapelle kann den Jungs aus Massachusetts in Sachen Brutalität und Tempo das Wasser reichen. Mit dem aktuellen Output "Agorapocalypse" beschreiten sie - um es gleich vorab zu sagen - etwas andere Wege. Anstatt sich des ständigen Bleifußes zu bedienen, verstehen es die Chaosmusiker um Mastermind Scott Hull, die 13 Stücke mit richtig coolen Spannungskurven und Strukturen auszustatten, die genügend Freiraum zum Atmen lassen. Dadurch erlaubt man den Songs, sich erst richtig zu entfalten. Stellenweise nimmt man sich sogar Zeit für fette Groove- und Slomo-Mosh-Einlagen. Monstersongs wie "First National Stem Cell And Clone", "Timelord Two" und "White On White Crime" sind Paradebeispiele für eine perfekte Kombination aus schierer Aggression und intelligentem Songwriting. Logischerweise schließt sich daran auch eine Erhöhung der durchschnittlichen Spieldauer der einzelnen Tracks an. Teilweise wird sogar die 3-Minuten-Marke geknackt. Damit wir uns aber richtig verstehen: Ultrabrutal, krank und vertrackt wie die Hölle sind die meisten Songs dennoch. Stellenweise wird auch der geübteste Hörer schlichtweg platt gemacht! Unter dem Strich haben Agoraphobic Nosebleed auf dem Weg zu "Agorapocalypse" eine - in meinen Augen - zwangsläufige Entwicklung durchlaufen, denn ab einem gewissen Punkt stellt sich die Frage, ob immer noch schneller und härter sein zu wollen überhaupt Sinn macht. Manchmal muss man eben zurück, um vorwärts zu kommen. Dieses Prinzip ist so eine Art Leitmotiv der gesamten Platte - und so gut umgesetzt, kann ich das nur gut finden. (cj)




