My Dying Bride - For Lies I Sire
Ein Hammer, ein echter Hammer! Dass die Band mich mit ihrem zehnten Studioalbum noch mal so richtig überraschen und mitreißen würde, hatte ich nun wahrlich nicht erwartet. Über die Jahre waren die Briten eine sichere Bank in meinem gehegten und gut aufgestellten Doom-Gefüge. Stets überzeugende Alben und immer wieder sehr charismatische und leidenschaftliche Shows. Und dann latzen sie ihrer Hörerschaft mit den neun Kompositionen von "For Lies I Sire" mal eben einen späten Höhepunkt ihres Schaffens hin. Nur kurz zur Erinnerung: ihr Debut "As The Flower Withers" kam bereits 1992 über die Metalwelt! Dann ist an Onkel Keith Richards bewährter Blutwäsche-Masche wohl doch was dran; denn My Dying Bridehaben sich gleich auf drei Positionen neu besetzt - und das hat ihnen offensichtlich gut getan! Wenn ich mir die aktuellen Bandfotos so anschaue, dann war es wohl auch nicht zu ihrem Nachteil, dass zwei der Neuen weiblich sind. Besonders überraschend ist die Rekrutierung von Katie Stone, denn die spielt nicht nur Keyboard sondern auch Geige. Nach all den Jahren wieder (echte!) Streicher auf ´ner Veröffentlichung der Band. Sänger Aaron zeigt sich variabel wie selten und es wurde auch ein ideales Verhältnis verschiedenster Gesangsarten gefunden. Klarer Gesang dominiert über die gesamte Albumdistanz gesehen, es wird aber auch weidlich Death Metal-like gegrowlt ("Bring Me Victory"), gesprochen, geflüstert, gejammert usw.. Und das schönste: Es scheint ein Album zu sein, dass mit jedem Hördurchlauf weiter wächst! (tj)




