Misery Speaks - Disciples Of Doom
Misery Speaks konnten mit ihren ersten beiden Platten bereits mächtig Eindruck schinden. Zwar nicht unbedingt besonders innovativer, aber auf jeden Fall sehr gut gemachter Metalcore, der das Beste aus allen Death-Metal Spielarten und Hardcore zu einem explosiven Sound verdichtete. Bei ihrem neuen Album "Disciples Of Doom" hat die Band einige Neuerungen zu bieten. Zum Einen gibt der neue Mann am Mikro Przemek Golomb seinen Einstand, zum Anderen wagt man sich an stilistischen Veränderungen. Letztere äußern sich so, dass man einige der Death Metal Elemente gegen bodenständigen Rock eingetauscht und generell den Fuß vom Gaspedal genommen hat. So spielen heute deutliche Einflüsse von Bands wie Down aber auch Entombed in den Sound hinein. Aber auch deutliche Doom Referenzen sind zu hören. Auch die erdige Produktion unterstreicht diesen Eindruck. Doch natürlich ist die Platte noch immer ziemlich heavy und ganz gestrichen wurde der Death Metal beileibe nicht. Der neue Shouter passt stimmlich recht gut zur neuen Ausrichtung. Seine Stimme ist variabler und rauer als die seines Vorgängers, allerdings auch leider weniger durchdringend. Ein echtes Problem ist aber seine teilweise sehr deutsche Aussprache der englischen Texte. Sieht man darüber hinweg, kann man sich aber durchaus mit ihm anfreunden. Was die Qualität der Songs angeht, liegt diese zwar insgesamt sehr hoch, doch bläst mich die Platte alles in allem weniger weg als seine Vorgänger. Songs wie "A Road Less Traveled", der Titeltrack oder das überlange "Black Garden" können auf ganzer Linie überzeugen. Es gibt aber auch recht viel Füllmaterial auf der Platte. Einerseits muss man der Truppe wohl ihren Mut für Stilkorrekturen hoch anrechnen, andererseits hat der Gesamteindruck etwas gelitten. (rg)




