See You Next Tuesday - Intervals
Nun auch schon wieder zwei Jahre auf Ferret Music beheimatet (in Deutschland über Hellfest / Universal) legen uns die vier feinfühligen Herren aus Bay City, Michigan mit "Intervals" ein fieses Stück Grindcore unter die weihnachtlichen Tannen des Landes. Aufgenommen wurde mit Dan Kenny und Joe Cincotta in den Full Force Studios (This Is Hell, Suffocation) in Long Island, New York. Schön ist definitiv was anderes, aber wenn ich das richtig verstanden habe, ging´s da in dem Genre auch nicht drum. Nach einem eher unbedarften Intro in Form des instrumentalen Openers "Nascence" lässt auch das folgende, bedrohlich feedbackende "In The End" den Knüppel noch nicht aus dem Sack, hier wird zwar schon fies gekeift, der Knüppel kreist aber erst bei "The Life In Death". Dafür dann auch umso heftiger, nach den 42 Sekunden, die der Song, und den 75 die "Eternity?" im Anschluss dauert, fragt man sich dann schon mal verwundert, was einen mit diesem Doppelpack denn da jetzt gerade gestreift hat - Omnibus, durchgedrehtes Rudel Elefanten oder ein Haufen Irrer? Man weiß es nicht. Nur drei der insgesamt 17 Tracks bringen halbwegs gewöhnliche Songlängen an den Start, das meiste rangiert deutlich unter dem gewohnten, ist dafür aber auch entsprechend anstrengend. Das abschließende "January And On" wirft nach gerade mal 19 Minuten Spielzeit dann übergewichtige zehneinhalb Minuten auf die Spielzeitwaage und zeigt die Band von einer anderen Seite. Hier steht eher die Atmosphäre im Vordergrund, Chris Vox kreischt und kotzt sich zwar auch hier förmlich die Seele aus dem Leib, musikalisch agiert man aber ohne die Highspeed-Attacken und navigiert eher in Mastodon und Neurosis-Gefilden. An letztere erinnern natürlich besonders die Tribal-Drums. Nach 3:45 Minuten war´s das dann aber auch schon und man hört minutenlang nur noch einen Sekundenzeiger ticken. So kann man auch nominelle sieben Minuten Spielzeit schinden... (tj)




