The Locust - Plague Soundscapes
Neue Chaoscore Bands, wollen wir es mal so nennen, wie The Blood Brothers oder Since By Man haben fast alle eines gemeinsam. Sie geben in ihren Biographien The Locust als Haupteinfluss an. Die neue Platte dieser Band aus San Diego geht noch viel weiter als alles was ich bisher aus diesem Bereich gehört habe. Wer gedacht hat, die genannten Bands seien abgefahren, hat The Locust noch nicht gehört. Plague Landscapes ist der vertonte Wahnsinn. Die Band brettert 23 Songs in knapp 21 Minuten herunter. Dabei wird vollkommen auf alles geschissen was die herkömmliche Musik lehrt. Hier gibt es keine Songstrukturen, keine Refrains, keine Spur von catchyness. The Locust vermischen infernalische Grindcore Attacken, elektronische Soundeffekte, wummernde Bässe, sirrende Gitarren und wüstes Geschrei zu einem undurchsichtigen Soundbrei. Dabei wechseln sie das Tempo so oft wie der Strom aus der Steckdose die Polarität. Ein echtes Highlight sind die Songtitel. Namen wie "The half-eaten sausage would like to see you in his office" oder "Pulling the christmas pig by the wrong pair of ears" passen in das Bild. Wirklich bemerkenswert ist es, dass sich nach mehreren Durchläufen einige Songs durchaus wieder erkennen lassen und man so etwas wie seine "Lieblings-Sekunden" in den Songs entdeckt. Trotzdem ist man irgendwie dankbar dafür, dass die Platte so kurz ist. "Plague Soundscapes" ist der perfekte Titel für ein Album das wohl eher ein Ersatz für Koffein ist als eine Platte zum lieb haben. Vom künstlerischen Anspruch her kann man aber nur seinen Hut ziehen. Wer auf der Suche nach Extremen ist wird hier fündig. (rg)




