Shinedown - The Sound Of Madness
Shinedown veröffentlichten bereits zwei Alben mit denen sie in den USA große Erfolge feiern konnten. Jetzt liegt ihr drittes Album vor, mit dem sie sicherlich weiterhin auf der Erfolgswelle reiten werden. Allerdings hat der künstlerische Anspruch offensichtlich deutlich unter dem Druck des kommerziellen Erfolgs gelitten. War insbesondere der Vorgänger "Us And Them" bereits sehr eingängig und auf Erfolg getrimmt, konnte die Band doch jederzeit die Balance zwischen polierter Chartkompatiblität und kantiger Rockmusik halten. Die Songs hatten trotz dem hohen Maß an Eingängigkeit einen erdigen Charme. Mit dem neuen Album hat die Band nun allerdings das Gleichgewicht verloren. Vielleicht liegt es daran, dass die Hälfte des damaligen Ensembles ausgetauscht wurde und man mit Starproduzent Rob Cavallo (My Chemical Romance, Green Day) gearbeitet hat. Die neuen Songs wirken meist sehr dünn, glatt poliert und haben oft jeglichen sympathischen Charme verloren. Versucht der Opener "Devour" und der darauf folgende Titeltrack noch mit fetten Gitarren den Eindruck der kantigen Rockband aufrecht zu halten, ist spätestens bei dem balladesken "Second Chance" Schluss. Dieser und einige andere Songs wurden mit einem 20-köpfigen Orchester eingespielt. Hier trieft schmalziger Pathos aus den Boxen. Selbst flottere Nummern verkommen zu blassem Chartrock. Nickelback lassen grüßen. Zur Ehrenrettung der Band muss natürlich gesagt sein, dass hier auf hohem Niveau musiziert wird. Nimmt man das Album als das an was es ist und stört sich nicht daran, hat die Platte durchaus ihre Höhepunkte. Die Band und Produzent Cavallo verstehen ihr Handwerk. Die Songs haben allesamt Hitpotential, sind toll produziert und meisterhaft arrangiert. Fans von US-Stadionrock machen mit dieser Platte keinesfalls etwas falsch. Zu einer höheren Wertung reicht es aber aufgrund der Durchschaubarkeit nicht. (rg)




