Medeia - Cult
Nach Fullsteam-Perlen wie Disco Ensemble und Callisto war ich ganz hibbelig, als ich die Medeia-CD aus ihrem Zellophanpapier pellte. Und ich wurde nicht enttäuscht, wenn auch ordentlich überrascht. Derber Death Metal knallte mir auf die Lauscher und das gleich mit fünffacher Growl-/Brüllpower, denn im Hause Medeia gibt es zwar mit Keijo Niinimaa einen offiziellen Sänger, die vier anderen Mucker mischen aber auch alle mit. Das Album haut einen ordentlich aus den Socken und lässt kaum Zeit zum Verschnaufen, nach einem kurzen Klavier-Intro gehts direkt in die Vollen und zwar fast schon in Grindcoremanier. Trotzdem sie mit ihrem, dank Keyboards aufgebohrten, Death Metal an sich nichts neues anbieten, überzeugen sie trotzdem total. Und das liegt einfach an der frischen und leidenschaftlichen Darbietung, dem imposanten technischen Können, dem knackigen Sound und dem ein oder anderen coolen Detail. Gegen Ende des Openers "Cold Embrace" säuselt eine Lady im Hintergrund, bei "Descension" bauen sie doch tatsächlich Hanclaps ein und zu Anfang des hysterischen Smashers "Through Sacrifice" nehmen sie durch ruhige Klavierklänge Tempo raus und wiegen den Hörer in trügerischer Sicherheit! Sie fackeln oft auch gar nicht lange rum, fünf Songs bleiben unter der Drei Minuten-Marke. In Finnland ist der wilde Haufen schon als Headliner unterwegs, außerhalb waren sie seither mit The Dillinger Escape Plan, As I Lay Dying und Terror unterwegs und da haben sie - für den halbwegs toleranten und interessierten Zuhörer - dann wohl auch jeweils gut dazu gepasst. Cooles Artwork auch, das zentrale Element, die Frau, könnte fast von Mike Mignola sein... (tj)




