Das Scheit - So Far From God
Mann-Oh-Mann, so grausam kann Gothic sein. Beim Hören des vierten Das Scheit Album schmerzt es mich überhaupt nicht, dass ich die drei davor verpasst habe. Im Info künden die Frankfurter von ihrer eigenen Weise Elektronik und Metal zu verbinden und die kann man nur als Panne bezeichnen, mir scheint im Bandnamen fehlt am Schluss ein "ern" bzw. im Albumtitel ein weiteres "o" - ich kaufe ein "E-R-N-O!". Die dreizehn Songs klingen jedenfalls allesamt völlig seelenlos und uninspiriert, Meterware für Szenedissen eben. Der Sound ist ok, aber kühl und drucklos. Und was man einnehmen muss, damit man auf die Idee kommt, einen Rödelheim Hartreim Projekt-Song zu covern und ihn dann auch noch ins Englische zu übersetzen, möchte ich gar nicht erst wissen. Das Dokument des Scheiterns namens "No One" (bei Pelham & Co. hieß der Track "Keine ist") zeigt aber aufs feinste, dass zum Rappen eben wohl doch zumindest etwas Talent und Können gehört; Das Scheit-Sänger Clint erreicht hier noch nicht einmal Oli P.-Niveau - und das obwohl er bei den anderen Tracks durchaus als guter Sänger durchgeht. Auch die zweite Coverversion - "Because The Night" von Bruce Springsteen/Pattie Smith wird sämtlichem melancholischen Charme beraubt und fast völlig an die Wand gefahren. Die zwei Punkte gibts für den Gastauftritt von End Of Greens Michelle Darkness bei letztgenanntem Song und dem prinzipiellen Mut zum Bearbeiten eines HipHop-Songs - auch wenn der Versuch völlig gescheitert ist. (tj)




