Black Light Burns - Cruel Melody
30 Millionen verkaufte Tonträger. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, 30 Millionen verkaufte Tonträger. Soviel hat Wes Borland, Kopf von Black Light Burns, bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Fred Wurst und mit Limp Bizkit abgesetzt. Nach verschiedenen anderen Stationen (Big Dumb Face, Eat The Day, Damning Well) hat er sich jetzt bei Black Light Burns eine Superstartruppe zusammengestellt, denn hier unterstützen ihn Danny Lohner (Ex-Nine Inch Nails) am Bass, für die pluckernde Soundkulisse sorgt Josh Eutis (Telefon Tel Aviv) und am Schlagzeug strahlt mal wieder Josh Freese (viel zu viel um hier auch nur die Hälfte aufzuzählen ohne den Rahmen zu sprengen). Zudem kommt das ganze dann auch noch bei Ross Robinsons neu gegründeten I Am: Wolfpack-Label raus. Der Opener erinnert an eine krude Mischung von Ramones und Stoner Rock im leicht modernen Soundmäntelchen. Erst mit dem zweiten Song "Animal" zeigt die Combo dann ihr wahres, viel stärker von Elektrosounds geprägtes, Gesicht. "Animals" klingt wie eine geglättete und gefällige Version von Marylin Manson. Das folgende "Lie" weiß mit seiner treibenden Note auch zu gefallen und erinnert dezent an Filter. Im weiteren Verlauf des Albums treten die Gitarren ab und an tatsächlich so weit in den Hintergrund, dass man schon fast Depeche Mode-Vergleiche ziehen könnte. Ein Problem des Albums ist aber in jedem Fall, das man sich wohl zu sehr auf die kundigen Hände und Köpfe verlassen hat und unterm Strich einfach die Inspiration fehlt, die herausragenden Songs und irgendwie auch die Daseinsberechtigung. Bands wie die genannten Filter, die nie wirklich auf breiter Ebene wahrgenommenen Prick, Orgy oder auch Stabbing Westward haben das vor Jahren schon (besser) gemacht. Und Nine Inch Nails sind zudem auf ähnlichen Pfaden unterwegs, führen das Genre aber seit Jahren souverän an und sind von der Beliebigkeit von Black Light Burns meilenweit entfernt. (tj)




