Atlas Sound - Let The Blind Lead Those Who Can See But Cannot Feel
Auch wenn tendenziell eher zu lang, drückt der Albumtitel doch ganz gut den Charakter des Albums aus. Geführt von einem Blinden, gehts bestimmt weniger um scharfe Umrisse, als vielmehr um Sinneseindrücke der anderen Art. Die 14 Tracks auf dem Album sind somit auch schwer greifbar, irgendwie sphärisch und schwebend. Der Gesang von Bardford Cox, der abseits dieses Soloausflugs bei Deerhunter den Fronter macht, erinnert immer wieder mal an chillige Deftones-Chino-Momente (etwa bei "Recent Bedroom") und obwohl der Jong gerade mal 25 Jahre in die Waagschale des Lebens werfen kann, klingt das oft erstaunlich reif und deep. Eine Erklärung dafür mag sein, dass sich das hier zusammengestellte Material bereits seit seinen Kindestagen angesammelt hatte. Da "missbrauchte" klein Bradford nämlich die Karaoke-Maschine der Familie als Mehrspuraufnahmegerät - früh übt sich halt! Irgendwo ausschlaggebend dabei war wohl auch ein gewisser Beck Hansen und den kann man auch hier und da als Übervater heraushören. Sehr ergiebiges Album (Stichwort Langzeitmotivation), trotz großer Instrumentierung nie zu dick aufgetragen oder cheesy. Wer das jetzt auch nur irgendwie interessant findet, möge dem Album bitte eine Chance geben und die Kunde verbreiten, Atlas Sound habens echt verdient! (tj)




