1997 - On The Run
Schnell sind sie, das muss man ihnen lassen. Nachdem der Vorgänger "A Better View Of The Rising Moon" fast genau vor einem Jahr veröffentlicht wurde, legen sie mit "On The Run" also sehr fix nach. Erst recht, wenn man bedenkt, dass mittlerweile die Keyboarderin ausgetauscht wurde, die innerhalb des Bandgefüges ja durchaus wichtig ist, weil sie großen Anteil am Gesang hat und auch in Bezug auf Streicher etc. viel zu tun hat. Das düstere SchwarzWeiss-Artwork führt einen dann gleich mal auf die falsche Fährte, denn auch das zweite Album der Combo aus Chicago ist eine eher sonnige Angelegenheit geworden - auch wenn man den Kurs leicht korrigiert hat und mit Songs wie "4AM Conversations" oder "Dancing With The Devil" etwas erwachsener wirkt. Die elf Indiepop-Songs glänzen erneut mit gefühlvollen und eingängigen Kompositionen, die durch den Wechselgesang von Kevin Thomas und Keyboarderin Alida Marroni bereichert werden. "Winds Of Change" hat glücklicherweise nix mit den Scorpions zu tun und erinnert im Gegenteil sogar etwas an Dashboard Confessional. Höhepunkt ist der ganz am Schluss positionierte, akustische Titelsong. Denn der strotzt nur so vor Emotionen und kommt im Gegensatz zum sonst auch oft etwas berechenbaren Material, sehr intensiv. Im direkten Vergleich der beiden Alben liegt der Vorgänger nach ein paar Durchläufen (noch?) knapp vorne, kann aber auch sein, dass das Album sich als "Grower" erweist und man es einfach öfter hören muss. (tj)




