36Crazyfists - The Tide And It´s Takers
So wie Alaska nicht mit dem Rest der USA gleichzusetzen ist, so waren auch 36Crazyfists seit jeher irgendwie anders als andere Metalbands. Einerseits oft ordentlich hart und wütend, andererseits aber immer mit einem Auge auf dem Groove und dem anderen auf eingängigen und melodischen Refrains. Als das Debut "Bitterness The Star" damals bei Roadrunner erschien, hatte der Begriff Metalcore noch nicht seine heutige Bedeutung, mit ihrem neuen Album sind sie bei Ferret untergekommen und schielen öfter mal in diese Richtung (also Metalcore) - ohne dass es ihnen aber schlecht stehen würde! Ein Track wie "We Gave It Hell" unterstreicht mit seiner Kombination aus höchstmelodischem Refrain und konsequent durchgroovenden Strophen die Bemühungen der Band um Weiterentwicklung. Das ruhigere und dezent an die Deftones erinnernde "Northern November" beginnt mit einem sehr coolen Drummotiv und ist auch sonst fast zu schade um ihn so weit hinten auf dem Album zu platzieren - selbiges gilt für den abschließenden Titeltrack. Der ist größtenteils auf den Gesang von Brock Lindow und eine akustische Gitarre reduziert und geht als gelungene Ballade durch. Produziert hat Gitarrist Steve Holt höchstselbst und der Mix wurde in die versierten Hände von Andy Sneap gelegt - soundtechnisch gibts also mal gar nix zu meckern. Und auch sonst: erneut ein gutes Album von den Jungs aus dem frostig-charmanten Alaska, momentan suche ich noch son bisschen die Hits, aber vielleicht kristallisiert sich da noch was raus! In Europa ist die Band dieser Tage jedenfalls auf diversen großen bzw. riesigen Festivals zu Gast. (tj)




