Jesus On Extasy - Beloved Enemy
Den rockenden Gothen geht dieser Tage irgendwie deutlich die Puste aus. Die Szene klont sich munter selbst und von wirklich charsimatischen neuen Acts ist weit und breit nichts zu sehen. Und auch Jesus On Extasy versuchen mit ihrem zweiten Album vieles, scheitern aber unterm Strich deutlich (und kläglich). Allein das Bandfoto versammelt schon einen ganzen Haufen Klischees und die dreizehn Songs verbiegen sich dann verzweifelt auf der Suche nach der eigenen Identität in Richtung diverser erfolgreicher Acts. Los gehts beim Opener "Beloved Enemy" mit deutlichen HIM-Referenzen, später liebäugelt man mehr oder weniger deutlich mit Combos wie Rammstein, Apotygma Berzerk und natürlich Nine Inch Nails. Dem rockigen Grundgerüst klatscht man Keyboards und Sequencer auf die Fassade, die Drums klingen zwar echt aber oft seltsam pappig und Fronter Dorian Deveraux ist auch alles andere als der perfekte Sänger. Die grabestiefen Passagen kriegt er gut auf die Reihe, aber sonst klingts oft etwas wackelig und bemüht. Gitarristin Alicia Vayne hat mir in der "Damenbesetzung" bei Tägtgrens Pain jedenfalls wesentlich besser gefallen. Ich versteh den Hype um diese Band sowas von gar nicht... (tj)




