Horse The Band - A Natural Death
Horse The Band haben sich mit ihrem Sound eine eigene Nische geschaffen. Sie sind die Erfinder des Nintendo-Core und auch der, meines Wissens, einzige Vertreter dieses Genres. Sie mischen ihren krachigen, chaotischen Sound, der deutlich aus der (Post)-Hardcore Ecke kommt, mit Klängen wie man sie von den 8-Bit Konsolen und Computern wie dem C64, NES oder Atari noch kennt. Dies verleiht dem Sound einen sehr ungewöhnlichen und eigentümlichen Anstrich. "A Natural Death" ist das bereits dritte Album der Band aus Kalifornien. Im Gegenteil zu den früheren Werken der Truppe klingen die neuen Songs deutlich aufgeräumter und fokussierter. Zwar klingt die Band noch immer spastisch, chaotisch und irgendwie seltsam, aber wirkt eben nicht mehr so ziellos wie früher. Die Elektrosounds sind zwar jederzeit vorhanden, spielen sich aber nicht mehr so stark im Vordergrund ab und fügen sich inzwischen sehr gut mit den Gitarren und Drums ein. Der Nerv-Faktor den ältere Songs durchaus noch hatten ist so komplett verschwunden. Das Album ist aber dennoch alles andere als leicht zu verdauen. Im Gegenteil, Horse The Band erwecken den Eindruck als handele es sich bei der Band um eines der durch geknallten Mike Patton Projekte. Der Härtegrad ist angenehm hoch, aber auch ruhigere Momente sind immer wieder auszumachen. Technisch bewegt sich die Band auf sehr hohem Niveau und kann so ihrer Kreativität freien Lauf lassen. In "Kangarooster Meadows" klingt die Band beispielsweise wie eine 80er Jahre Elekto-Pop Band beim Super Mario zocken. Wer also auf innovativen, durchgeknallten Sound steht sollte sich dieses Album zulegen. (rg)




