The Breeders - Mountain Battles
Erst tauchen die Pixies wieder auf - von denen es ja bekanntlich (leider?) kein neues Album egben wird, und jetzt gibts doch tatsächlich auch von Kim Deal & Co. ein neues The Breeders-Album. Unverhofft kommt oft, aber wie ja auch beim Warrel Dane-(Solo)Album, war wohl auch hier die Trennung von der Flasche gleichzeitig gut für den Output. Und schon beim Auspacken begeistert das Album, Hochglanzdigipack mit Aufkleber, das Booklet im Querformat und nur halb so groß wie üblich, dafür auch überstylish mit viel Lack und sehr künstlerischen Glasbruchfotografien, die auch das Coverartwork zieren. Aber zur Musik. Da wiest allein schon die Nennung des Produzenten die Richtung, wo Steve Albini drauf steht ist direktes, analoges Material drin, die diversen Alben mit u.a. Nirvana, Pixies, Neurosis, Bush und PJ Harvey (um nur die Prominentesten zu nennen) unterstreichen das. Und so findet man auf "Mountain Battles" auch keinerlei Computerschnickschnack, Keyboards oder sonstiges Beiwerk, das Album ist rough und das führt einem mal wieder eindrucksvoll vor Augen, dass es an sich nicht viel (Technik) braucht um ein großes Album zu fabrizieren, "nur" etwas Charakter und Magie. "German Studies" scheint "Abfallprodukt" eines Deutschkurses zu sein, "Regalame esta Noche" wartet mit einem schunkelnden südamerikanischen Latin-Einschlag auf, "Here No More" ist ein wunderbarer, zweistimmig gesungener (Country-)Folksong, der nur von einer Akustikgitarre begleitet wird. Das Gitarrenmotiv von "It´s The Love" klingt stark nach Dinosaur Jr., zählt aber zu den straightesten Tracks des Albums und mancher hätte sich wohl mehr Songs dieses Kalibers gewünscht, denn manches bleibt etwas krude-fragmentarisch - trotzdem ein tolles, liebenswertes Album, auch ohne Hits a la "Cannonball". (tj)




