The Amber Light - Play
Das Info liest sich sehr gut: Anfang des Jahrtausends in Wiesbaden gegründet, mit dem Debut "Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn" und der folgenden EP "Stranger & Strangers" wird fleissig europaweit getourt und das mit so bekannten wie unterschiedlichen Bands wie Archive, New Model Army, Marillion (!) oder wir sind Helden. Der Gitarrist der Helden, Jean-Michel Tourette, war so angetan von der Band, dass er spontan beschloß an "Play" mitzuarbeiten und es mit Jens Nickel zusammen zu produzieren. Und als ob das nicht schon genügend Schützenhilfe und Namedropping war, hat es auch gleich noch Patrik Majer gemischt, der u.a. auch schon für Nick Cave & The Bad Seeds und Tele gearbeitet hat. Ein Zuhause hat die Band auf dem jungen Label Superball Music gefunden, auf dem mittlerweile ja auch die genialen Briten von Oceansize veröffentlichen. So weit, so gut. Wäre ich A&R, ich hätte die Band wohl trotzdem nicht gesignt. Nicht weil sie nicht gut sind, ganz im Gegenteil, mir wären sie nur zu ähnlich wie Placebo oder auch der ein oder andere deutsche Vertreter der Indiezunft wie etwa Slut oder Blackmail. Von ner Kopie kann man zwar in letzter Konsequenz nicht sprechen, aber sie stoßen doch deutlich ins selbe Horn. Eingängig-emotionale Songs, die weder vor Popansätzen noch vor großen Arrangements zurückschrecken, es darf auch mal ausufernd über zehn Minuten gerockt, aber im direkten Kontrast dazu auch mal nur eine kurzes Zwischenspiel geboten werden. Es könnte gut sein, dass die Band mit ihrem nächsten Album was ganz großes schafft, hier haben sie einfach nur ein gutes Indiealbum hingelegt. (tj)




