Testament - The Formation Of Damnation
Mit so einem Hammer hätte die Thrashgemeinde nach satten 25 Jahren Bandgeschichte wahrlich nicht gerechnet. Erst recht nicht, nachdem es 2001, durch die Krebserkrankung des Fronters Chuck Billy, eher nach sicherem Ende als nach neuen Großtaten gerochen hat. Wie durch ein Wunder wieder genesen, zeigt sich die Band frisch und hungrig wie lange nicht mehr. Ein Grund dafür mag das wiedererstarkte Lineup sein, Heimkehrer Alex Skolnick lässt seine Jazzexkursion hinter sich und macht sich im Gesamtsound deutlich bemerkbar. Ebenso mit von der Partie ist einer der Thrashdrummer schlechthin, Paul Bostaph, der ja u.a. schon bei Slayer, Exodus und Forbidden an den Kesseln Platz nahm. Was aus diesem Album aber ein herausragendes macht, ist die Ausgewogenheit. Aggressiv, melodiös, technisch anspruchsvoll und eingängig, sich der Vergangenheit bewusst und verbunden und trotzdem modern - und dabei klingen die elf Tracks nie bemüht. Fronter Billy hält das Material souverän zusammen, zeigt sich stärker denn je; melodiöse Shouts, gelegentlich sogar Screams und auch die gerne mal kritisierten Growls werden optimal eingesetzt und selbst die gelegentlichen Chöre passen prima. "More Than Meets The Eye" ist eine garantierte Livehymne, das auf früheren Alben auch gelegentlich gezeigte Balladenkönnen kommt (leider) nicht zum Einsatz, aber Midtemponummern wie z.B. "Afterlife" gehören ebenso zu den Highlights dieses Volltreffers. Hänger sucht man vergebens und auch das Artwork ist top - das kann nur die Höchstnote geben! DIE Referenz für Thrashmetal 2008, das müssen Metallica erst mal toppen! (tj)




